Rennsport
Mit neuem Motor bestens warmgelaufen: Christian Fischer drückt aufs Gas

Dem Reinacher Christian Fischer ist der Auftakt in die Rennserie der Tourenwagen-EM mit dem zweiten Rang in Monza geglückt. Überhaupt blickt der 44-Jährige auf ein turbulentes, durchzogenes, aber immer rasantes Sportlerleben zurück.

Carla Stampfli
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Eine rasante Leidenschaft: Christian Fischer fährt seit Jahren auf schnelle Boliden ab. ZVG

Eine rasante Leidenschaft: Christian Fischer fährt seit Jahren auf schnelle Boliden ab. ZVG

50 bis 60 Grad warme Temperaturen sind im Cockpit eines Tourenwagens fast schon Standard. Für einmal war es aber nicht die Hitze, sondern der strömende Regen, womit der Reinacher Christian Fischer auf den 5,8 Kilometern von Monza zu kämpfen hatte.

«In der letzten Runde geriet ich bei einem Überholmanöver ins Schleudern und kam von der Piste ab. Zum Glück habe ich nur leicht an die Leitplanke geschlagen – aber es hätte genauso gut Totalschaden geben können», sagt der 44-Jährige lachend.

Unbeirrt des Aquaplaning, reagierte Fischer innert sekundenschnelle und konnte als Zweiter hinter dem Tschechen Petr Fulin die Ziellinie durchqueren. «Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Vor allem auch, weil ein Heckantrieb bei solchen Witterungsverhältnissen nicht wirklich von Vorteil ist», erklärt der Tourenwagenfahrer.

Der frontgetriebene Honda Accord mit dem Fischer in den vergangenen Jahren fuhr, wäre für das Rennen im Autodromo wohl geeigneter, jedoch materialtechnisch in der EM-Serie nicht mehr konkurrenzfähig gewesen.

«Das Auto wog etwa 50 Kilogramm zu viel und wurde von mehreren Piloten benutzt. Da ich im letzten Jahr auch viel Pech hatte, beschloss ich, das Team zu wechseln und einen Hecktriebler zu fahren», sagt Fischer.

Der Wechsel war keine grosse Umstellung, denn mit heckgetriebenen Fahrzeugen verzeichnete er in den frühen 90er-Jahren grosse Erfolge. Der Baselbieter wurde nicht nur Internationaler Deutscher Formel-Ford-Meister, Dritter in der Opel Lotus Euroserie, sondern holte sich in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft auch drei Siege.

«Mein Ziel war zu dieser Zeit die Formel 1. Als mein Team 1995 nach dem Barber-Dodge-Rennen in den USA Konkurs gegangen ist, habe ich meine Profi-Karriere beendet und mich der beruflichen Laufbahn zugewandt», erklärt der Automobilkaufmann.

Fischer hat mit dem Team Engstler eine Equipe gefunden, die ihn professionell betreut. Gemeinsam mit Ingenieuren und Mechanikern wird der BMW optimal auf die Strecke abgestimmt. «Die Vorbereitung auf ein Rennen ist enorm gross.

Die Tests, die wir im Schnitt drei Mal pro Jahr durchführen, dienen hauptsächlich dafür, das Auto perfekt abzustimmen.» Die zweite der insgesamt fünf Serien der Tourenwagen-EM steht Fischer kurz bevor: Ende April wird der 44-Jährige auf dem Slovakiaring die nächsten Runden drehen und versuchen, sein Resultat zu wiederholen.

Im Gegensatz zu Monza wird er aber nicht mit seinem Privatwagen anreisen, sondern mit dem Flugzeug. Entwarnung für alle Autofahrer hätte es aber ohnehin gegeben, denn Christian Fischer ist «im Strassenverkehr ein Passivfahrer».