Wirklich unzufrieden war niemand nach der Saison. Wirklich zufrieden aber auch nicht. Mit dem 9. Rang platzierte sich der FC Liestal zum Ende der letzten Spielzeit im Mittelfeld. Keine Abstiegsangst, aber keine Ambitionen zur Tabellenspitze. Mittelmass eben. Für eine Kantonshauptstadt zu wenig. «Bereits in den vorherigen Saisons fehlte mir die Leidenschaft im Team. Eine Veränderung war unumgänglich», weiss FCL-Präsidentin Patricia Schönenberger.

Und die Veränderung kam. Denn geblieben sind wenige, gekommen unzählige. «Ein paar Abgänge kamen überraschend, andere waren absehbar. Aber wir haben uns auf ein solches Szenario eingestellt», sagt Schönenberger. Man wollte dringend raus aus dieser Komfortzone, diesem Trott, der sich seit längerem eingenistet hat.

Bewusst setzen die Liestaler nun auf frische, dynamische und erfolgshungrige Spieler. «Bereits jetzt kann ich sagen, dass die Mannschaft mehr Qualität hat als im letzten Jahr», spürt Trainer Vincenzo Meo.

Gespräche statt Ferien

Auf die Rückrunde gekommen, war die vergangene Spielzeit auch für ihn ein Härtetest. «Es war nicht einfach eine Mannschaft zu übernehmen, die noch immer hinter meinem Vorgänger stand.» Mittlerweile hat sich Meo in der Kantonshauptstadt Respekt und Gehör verschafft. Über den ganzen Sommer hinweg hat er zusammen mit Patricia Schönenberger am neuen Kader gefeilt. Welche Spieler sind überhaupt zu haben? Welche Typen suchen wir? Fragen über Fragen, Gespräche über Gespräche. «Der Aufwand hat sich gelohnt. Jetzt fängt alles wieder bei Null an», sagt Meo.

Saisonauftakt gegen Kilchberg-Rüschlikon

Im Testspiel gegen Moutier (1:3) konnte sich der Trainer bereits ein kleines, «aber aufschlussreiches» Bild machen. Die Kondition stimmt, wegen vielen Absenzen während der Sommerpause muss noch an den Automatismen gearbeitet werden. Im Amateurbereich ein normales Prozedere. So richtig los geht es für die Baselbieter beim Auswärtsspiel gegen den Zürcher Aufsteiger Kilchberg-Rüschlikon. «Ich kenne den Trainer und weiss, dass die Mannschaft nicht wegen schönem Fussball, sondern vor allem durch Kampfgeist aufgestiegen ist.» Entsprechend hat Meo seine Jungs auf die Partie eingestellt. Liestal geht als Favorit ins Spiel, die ersten Punkte sind dabei fest eingeplant. «Wir wollen schon jetzt unser Revier markieren.»

Wohin der Weg am Ende führen soll, lassen die Liestaler offen. «Irgendwo ins vordere Viertel», prognostiziert die Präsidentin. Man spürt, dass der Schlussrang nebensächlich ist. Im Grunde will man nur eines: Endlich wieder Spass am Fussball haben.