Dass nur „eine Handvoll“ Zuschauer dieser Erstliga-Nachtragspartie beiwohnte (davon war  eine treue Black-Anhängerschaft in die Zentralschweiz gereist), hatte damit zu tun, dass in Sicht­weite des Fussballplatzes der EV Zug zur gleichen Zeit vor über 7‘000 lautstarken Anhängern im ersten Playoff-Halbfinale gegen den HC Lausanne spielte.

Und wer sich doch für Fussball ent­schieden hatte, dürfte entweder in Basel beim EM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Dänemark gewesen sein oder die Partie zuhause im Pantoffel­kino verfolgt haben.

All dies störte die Gäste nicht. Sie übernahmen, wiewohl Black-Trainer Samir Tabakovic drei Positionen neu bestellen musste (siehe Telegramm) und in einem sehr offensiv aus­gerichteten 3-4-3-System spielen liess, das Spieldiktat.

Es war Simon Dünki ver­gönnt, mit­tels Kopfball die „Schwarz-Sterne“ früh in Führung zu bringen. Es war übrigens das vierte Saisontor von Neuzuzug Simon Dünki, der im Sommer 2018 von der „OB-Matte“ auf den Buschweilerhof gewechselt hatte. Der frühere FCB-Akteur, der bis zur U21 fast alle Junio­renstufen beim rot-blauen Stadtklub durchlaufen hatte, darf - stellver­tretend für seine Ka­meraden - als Integrations- und Symbolfigur des „neuen“ FC Black Stars betrachtet wer­den.

Ein Mann der Taten und Tore

Dünki ist kein Blender. Er ist kein Lautsprecher, sondern glänzt mit Taten und einer natürli­chen Aura. Sicher, beim FC Wil und FC Wohlen spielte er in der Challenge League – nicht als nationale Grösse, aber als unverzichtbarer Teamplayer, der er weiterhin ist. Der Spieler mit der Nummer 5 denkt an die Defensive, löst Angriffe aus – und bei stehenden Bällen ist er ein steter Unruheherd im gegnerischen Strafraum. Ein kompletter Spieler, der nie „ich“ sagt, sondern stets von „wir“ spricht.

Zug ist – auch – ein Spitzenteam. In der Rückrunde gewannen die Innerschweizer das Derby beim Nachwuchs des FC Luzern und in Zofingen. Sie liegen auf Platz 6, haben je­doch den Kontakt zur erweiterten Spitze (Ränge 4 und 5) verloren. Es ist keine Selbstver­ständlichkeit, dass der FCBS unter der Woche eine Auswärtspartie stilsicher zu gewinnen vermag. In einer englischen Woche notabene und nach den beiden Triumphen in den Spit­zenspielen gegen Solothurn und Biel.

Das Duell hätte auch mit einer Punkteteilung enden können. Der Gastgeber stand bei ei­nem Lattentreffer dem Ausgleich sehr nahe; vorgängig hatte „Blägg“ aber auch einen Pfos­tenschuss zu verzeichnen. Kurzum: Ein Sieg, der aufgrund der Entwicklung des Leaders irgendwie logisch ist. Mit Tugenden, die Champions eigen sind. In dieser Verfassung wird der Gruppensieg nur über den Basler Traditionsverein führen!