Starwings
Mit viel Herz und noch mehr Leidenschaft kämpften die Starwings gegen Nyon

Die Starwings gewannen in einer der stimmungsvollsten Partien der letzten zwei Jahren in der Sporthalle Birsfelden gegen den BBC Nyon mit 90:79 (478:41) und haben damit mathematisch auch die Playoffs geschafft.

Georges Küng
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Justin Dobbins (li.) war der erfolgreichste Starwings-Skorer. Esposito

Justin Dobbins (li.) war der erfolgreichste Starwings-Skorer. Esposito

Giuseppe Esposito

Es war die stimmungsvollste Partie der letzten zwei Jahre in der Sporthalle Birsfelden. Die Starwings kämpften gegen Nyon nicht nur gegen ein hochkarätiges, ausländisches Profi-Quintett, sondern gegen das Malheur, nach fünf Minuten ihren Spielmacher Brandon Jenkins wegen einer Fussblessur (Entzündung) zu verlieren. Bis dahin hatte «BJ», wie der der Amerikaner genannt wird, eine One-Man-Show geboten, acht Punkte erzielt und das US-Trio, zuzüglich des Kanadiers Jean-Richard Volcy, von Nyon gehörig durchgeschüttelt.

Die Alternative zu Jenkins ist ein 18-jähriger Basler. Er heisst Branislav Kostic, ist Schüler und U18-Nationalspieler. Bereits am Freitag, beim koketten 94:55-Heimsieg gegen SAM Massagno, hatte er gut 15 Minuten gespielt. Am Samstag war er mit der U23 der Starwings nach Collombey ins Wallis gereist, wo er 40 Minuten im Erstliga-Aufstiegsspiel zur NLB Regie führte. Er spielte vorzüglich, auch wenn die jungen «Wings» zuletzt knapp verloren. «Es war schon ein Schock, als ich sah, dass Brandon nach fünf Minuten verletzt in die Kabine ging. Da wusste ich, dass viel Verantwortung auf mich lasten würde».

Seit der 6. Minute führte Kostic so den Aufbau. «In der ersten Halbzeit hatte ich noch zwei dumme Ballverluste, nachher nicht mehr», so «Brani», der somit innert 48 Stunden fast drei Partien bestritt. In der 13. Minute lagen die Baselbieter mit 34:15 in Führung. Der Ausfall von Jenkins, dem «spiritus rector» der Unterbaselbieter, hatte eine Trotzreaktion provoziert. Doch bereits bei Halbzeit hatten die Waadtländer den einstigen 19-Punkte-Rückstand massiv verkürzt und nach 22 Minuten stand es 49:50, weniger später sogar 56:59 für die Gäste.

Doch was die Starwings von der 28. Minute an zeigten, war Basket mit Herz und Leidenschaft. Sie kämpften, rannten, reboundeten und boten dem individuell überlegenen Rivalen Paroli. Ja mehr. Weil das Publikum zum sechsten Mann wurde, avancierten die letzten 10 Minuten zu einem Spektakel, dass von den Sitzen riss. In der Offense vom Publikum angetrieben, bei der Defensearbeit von den Fans laut unterstützt, gewannen die Starwings das siebte Heimspiel in Folge. Damit haben sie nicht nur die Playoffs erreicht, sondern werden nach den drei Qualifkationsdurchgängen Rang sieben belegen und in den Playoffs (best-of-five) auf Rekordmeister Fribourg Olympic treffen.