Das Kribbeln wird grösser, die Anspannung steigt. Am 3. und 4. Mai startet das Liestaler Motorsporttalent Jeffrey Schmidt am Hockenheimring in seine zweite Saison des Porsche-Markenpokals, wo er im Vorjahr auf Anhieb Vizemeister in der Rookiewertung wurde. Dazu wird der Youngster mindestens in Barcelona und Monaco erste Erfahrungen im Porsche Supercup sammeln. Obwohl Schmidt glücklich war mit seiner Debütsaison bei den Tourenwagen, verspricht sich der ehrgeizige Liestaler von den anstehenden neun Rennen noch mehr.

Während auf der Homepage des 19-Jährigen selbstbewusst der Meistertitel zum Ziel gesetzt wird, zeigt sich Schmidt im Gespräch leicht zurückhaltender. Dieses Jahr will ich ganz vorne mitfahren. «Die Meisterschaft wird immer härter, aktuell gibt es rund zehn Fahrer, die den Titel holen können. Meine Ambitionen sind trotzdem, ganz vorne mitzufahren», so Schmidt und er präzisiert: «Ich will in die Top 3». Gewagte Töne für einen so jungen Fahrer. Könnte man meinen.

Ein Leben für den Motorsport

Seit Jeffrey Schmidt jedoch im Dezember die Matura abgeschlossen hat, widmet der junge Liestaler jeden Tag seiner Leidenschaft. «Ich trainiere und arbeite zwölf Stunden am Tag auf die anstehende Saison hin. Die anderen zwölf Stunden mache ich mir Gedanken, was ich besser machen könnte», beschreibt Schmidt seine bedingungslose Hingabe dem Motorsport. Oder wie es der 19-Jährige gleich selber auf den Punkt bringt: «Ich gebe Vollgas – auf und neben der Strecke.»

Für einen renommierten Rennstall

Neben der Matura hat der Baselbieter einen weiteren, wichtigen Schritt zum endgültigen Durchbruch gemacht. Dank des Wechsels zum Team Lechner Racing fährt Schmidt jetzt für einen der renommiertesten Rennställe überhaupt in seiner Klasse. Dabei profitiert der Youngster neben einem fachlich hochstehenden Team auch von der Erfahrung seines deutschen Teamkollegen Michael Ammermüller. «Michael war Testpilot bei Red Bull, noch vor Sebastian Vettel. Ohne eine Verletzung wäre Ammermüller wohl verpflichtet worden und nicht Vettel», erzählt Schmidt fast schon ehrfürchtig.

Ein weiterer Grund für die Unterschrift bei Schmidts neuem Rennstall waren auch die Beziehungen von Teamchef Walter Lechner. «Im Motorsport sind Connections sehr wichtig. Lechner kennt viele Leute, beispielsweise in den DTM (Deutsche-Tourenwagen-Masters, anm. d. Red.), wo ich auch gerne hin möchte», bestätigt Schmidt.

Zuerst steht jetzt aber der Porsche Carrera Cup 2014 an. Nur zu gerne würde der Baselbieter seinem ehemaligen Teamkollegen und Mentor Sean Edwards, der im Oktober 2013 tödlich verunglückt ist, den Meistertitel widmen.