Pascal Suter, was beschäftigt Sie zurzeit als Geschäftsführer der EHC Basel Sharks am meisten?

Pascal Suter:Es läuft einiges, an mehreren Fronten, auch sportlich.

Nehmen wir das Sportliche zuerst.

Wir sind daran, unser Kader für die kommende Saison zu finalisieren, haben uns mit dem SC Bern betreffend Partnerschaftsvereinbarung ausgetauscht und unsere Wünsche und Bedingungen formuliert.

Zurzeit haben Sie acht Verteidiger und elf Stürmer unter Vertrag. Was genau suchen Sie noch und in welchem Zeitrahmen?

Wir wollen zusätzlich noch einen erfahrenen Verteidiger verpflichten.

Was verstehen Sie unter «erfahren», auf NLA- oder NLB-Niveau?

Das kann beides sein, ein Verteidiger mit NLA-Background oder aber ein routinierter NLB-Verteidiger, der unsere Defensive verstärkt und weiterbringt.

Es gibt zwar zurzeit sehr viele vertragslose Spieler auf dem Markt, aber nur wenige, auf die dieses Anforderungsprofil passt.

Das ist richtig, wir fühlen uns auch nicht unter Druck gesetzt, wir wollen uns Zeit lassen und im richtigen Moment zuschlagen.

Das kann auch erst im Herbst sein.

Genau, wir lassen uns die nötige Zeit, damit wir unsere klaren Vorstellungen verwirklichen können.

Mit elf Stürmern ist Ihr Kader aber noch nicht vollständig.

Auch das ist richtig. Da wird noch der eine oder andere Spieler dazustossen, das können durchaus auch junge Spieler sein.

Vom Partner SC Bern?

Möglich. Wir haben Bern zu verstehen gegeben, dass wir an einer Fortsetzung der Partnerschaft sehr interessiert sind, aber wir möchten Spieler, die die ganze Saison bei uns bleiben.

Das stetige Kommen und Gehen soll also der Vergangenheit angehören.

Ja, das ist eine Konsequenz aus der letzten Saison.

Sie haben als eine weitere Konsequenz aus der letzten Saison ein breiteres Kader als Ziel erwähnt.

Daran arbeiten wir und werden versuchen, auch eigene junge Spieler einzubauen.

Wie Raoul Seiler?

Richtig, aber Raoul Seiler wird uns verlassen. Er hat seine Prioritäten neu gesetzt und wird an der ETH Zürich studieren.

Der sportliche Bereich ist ja nur ein Teil des Ganzen. An welchen andern Themen arbeiten Sie zurzeit?

Wie gesagt, es sind einige. Nehmen wir als Beispiel den Gastronomiebereich. Wir haben die letzte Saison, in der wir quasi ins kalte Wasser geworfen worden sind, analysiert und streben Verbesserungen an. Wir sprechen von Feintuning im Interesse des Kunden, des Matchbesuchers.

Wie wollen Sie denn mehr Zuschauer in die St. Jakob-Arena locken?

In erster Linie mit sportlichem Erfolg, das ist und bleibt der Keyfactor. Aber wir können uns auch rund um die Heimspiele verbessern, ein attraktives Rahmenprogramm anbieten, mehr Showelemente einführen. Daran arbeiten wir. Wir wollen, dass sich der Zuschauer wohlfühlt und wir ihm etwas mehr bieten können als bisher.

Wie sieht das finanzielle Ergebnis der abgelaufenen Saison aus?

Wir stehen sicher ein wenig besser da als noch vor einem Jahr, wir haben vieles richtig gemacht, aber selbsttragend ist unsere Organisation bei weitem noch nicht. Auch im finanziellen Bereich ist Kontinuität gefragt, ehrliches Arbeiten, damit wir Schritt für Schritt in eine sichere Zukunft gehen können.

Sie haben in der abgelaufenen Saison einige Spiele an Firmen verkauft oder via Aktionen neue Zuschauer ins Stadion gelockt. Hat sich das gelohnt?

Die eine oder andere Aktion war ein Vollerfolg. In diesem Bereich haben wir Steigerungspotenzial und auch Ideen, die wir umsetzen möchten. Andererseits ist dies auch immer ein Spagat gegenüber den Saisonkarten-Inhabern. Es muss uns gelingen, beides zu machen und damit auch eine neue Publikumsstruktur zu generieren. Nebenbei bemerkt: Der Saisonkarten-Verkauf wird bald starten.

Auch in den laufenden Verhandlungen mit der privaten Stadiongenossenschaft bleibt einiges zu tun.

Das ist richtig, die Arbeit wird uns nicht ausgehen. Das Schöne daran ist, dass wir erste Erfolge sehen und überzeugt sind, die richtigen Schritte in die richtige Richtung zu machen. Auch in den Verhandlungen um einen neuen Nutzungsvertrag. Wir gehen gut aufgestellt in die Zukunft – auf und neben dem Eis.

Bald gehts auch auf dem Eis weiter. Wann trifft sich die neue Mannschaft?

Der Team-Kickoff ist auf den 5. Mai festgelegt, bis Mitte Juni wird die Mannschaft neben dem üblichen Sommertraining zweimal wöchentlich auf Eis trainieren können. Anfang August folgen die täglichen Eistrainings und die Vorbereitung auf die neue Saison.