«In einem Derby kann alles passieren.» Diese Aussage gehört im Sport zum Alltag; dennoch trifft Möhlin-Trainer Joachim Spross damit den Nagel auf den Kopf. Zum ersten Mal spielen die beiden Teams Möhlin und RTV Basel in derselben Liga. Möhlin stieg vorletzte Saison in die Nationalliga B auf, Basel letzte Saison von der NLA ab. Die erste Begegnung hielt bei Weitem, was sie versprach.

Die Tabellenvierten aus der Stadt kamen schon früh etwas unter Druck. Möhlin, vom Publikum in der gestopft vollen Steinlihalle lautstark angetrieben, hielt in der Startphase einen knappen Vorsprung und zeigte von Beginn an viel Präsenz in der Defensive. Fokus der Anfangsminuten waren jedoch die beiden Goalies. Möhlins Michael Vogel hielt mit zwei tollen Paraden die ersten Angriffe der Gäste ab, sein Gegenüber Pascal Stauber tat es ihm nicht weniger spektakulär nach. So dauerte es an die fünf Minuten, bis der Basler Torhüter einen Schuss von Alexander Milovanovic nicht abwehren konnte und somit das erste Tor der Partie fiel.

Basel für Nachlässigkeiten bestraft

Nach 18 Minuten drehten die Favoriten das Spiel. Dick Hylken bekam den Ball im Fallen irgendwie über die Torlinie, Stauber hielt im Gegenzug seinen Kasten erneut mit einem Blitzreflex sauber und Nicolas Wessner besiegelte mit einem präzisen Lattenkreuztreffer die erstmalige Führung für den RTV. Nach der Pause ging der knappe Derbykampf weiter, doch kein Team konnte eine Führung ausbauen und das Spiel wurde hektischer und emotionaler.

Basel schien die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen und vergab rund zehn Minuten vor Schluss bei einer 6:4-Überzahl die Chance, davonzuziehen. «Statt den Sack zu zumachen verteilten wir Geschenke. Möhlin hörte nie auf zu kämpfen und wurde dafür belohnt», kommentierte RTV-Vereinspräsident Alex Ebi nach der Partie. «Gegen Ende des Spiels konnten wir konditionell noch etwas herausholen – wir haben sehr offensiv gedeckt, sodass Basel viel laufen musste», sagte Möhlins Trainer Spross, «wir haben in der Deckung gewonnen.»

Die Tabellenletzten aus dem Fricktal überstanden die Doppelunterzahl nicht nur mit lediglich einem kassierten Tor, sie spielten sich danach regelrecht in einen Rausch. Die Basler wurden stetig unkoordinierter und verloren den Ball oft unnötig. So sicherte sich das Heimteam einen Fünf-Tore-Vorsprung und brachte diesen sicher über die Zeit. Der RTV drückte in den Schlussminuten noch einmal und kam in der 59. Minute bis auf zwei Tore heran, der Sieg Möhlins geriet jedoch nie mehr in Gefahr.

Ebi gönnt Möhlin den Sieg

«In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, was sie sehr spannend macht», sagte Ebi. «Möhlin hat toll gespielt und ich gönne ihm den Sieg; wir müssen uns jedoch auch ein bisschen an der eigenen Nase nehmen.» Den ersten Kampf um die Vorherrschaft in der Region hat der TV Möhlin für sich entschieden, auch wenn die Tabellensituation eine andere Aussage macht.