Da steht er also mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht und fragt herausfordernd: «Wer beginnt?» Der Norweger Mohamed Elyounoussi hat allen Grund mit viel Selbstvertrauen vor die versammelte Journalistenschar zu treten. Eben hat er mit drei Vorlagen und einem Tor den Weg zum Sieg gegen den FC St. Gallen geebnet. Er ist der Mann des Spiels, er fliegt wieder, so wie im Herbst, als er national und international immer wieder für Erfolgsmeldungen sorgte.

Dann kam die Winterpause. Und irgendwie war danach alles anders. Es begann schon schlecht: Als der FCB Anfang Januar das Training wieder aufnahm, da fehlte Elyounoussi. Ein Schneesturm in Norwegen hielt ihn auf. Erst mit einem Tag Verspätung stiess er zum Team.

FCB-Trainer Raphael Wicky sagt: «Er kam nicht gut aus der Winterpause, das stellten wir auch fest. Warum? Ich weiss es nicht. Aber er hat seine fussballerischen Fähigkeiten nicht einfach in Norwegen liegenlassen.»

Dortmunds Scout auf Tribüne

Elyounoussi selbst meint, dass er vielleicht ein bisschen müde gewesen sei. Dann auch unzufrieden mit seinen Leistungen. Das Selbstvertrauen litt. Das Team stürzte mit Elyounoussi in die Krise. Einen Aufwärtstrend spürte er erst nach der Länderspielpause Ende März.

«Ich hatte eine sehr gute Zeit mit der Nationalmannschaft, kam mit viel Selbstvertrauen zurück. Seither bin ich wieder auf Kurs», sagt er. Übrigens: Norwegen gewann die zwei Testspiele gegen Australien (4:1) und Albanien (1:0) auch dank je einem Assist des Basler Söldners.

Seit der Länderspielpause hat der FCB sechs Spiele gewonnen und zwei Mal Unentschieden gespielt. Elyounoussi hat seither drei Tore erzielt und vier Mal aufgelegt. In der Krisenphase zwischen Anfang Februar und Ende März gelang ihm gerade einmal ein Assist beim 2:0 in Thun. Und er machte eine überragende Partie beim Rückspiel gegen Manchester City, wo er mit einem Tor und einem Assist Mann des Spiels war.

Nicht erst seit diesem Spiel ist der Name Elyounoussi in England ein Thema. Schon vorher gab es Gerüchte. Southampton, Newcastle und Crystal Palace wurden mit dem Norweger in Verbindung gebracht.

In der Länderspielpause erzählte Elyounoussi dann, dass ihn ein englischer Klub seit längerer Zeit verfolge, der normalerweise zu den Top 4 zähle. Die Rede ist von Arsenal, wo schon die ehemaligen FCB-Spieler Granit Xhaka und Mohamed Elneny unter Vertrag sind.

Gestern beim Spiel gegen St. Gallen ist ein Scout von Borussia Dortmund auf der Tribüne. Wie es mit Elyounoussi weiter geht, ist unklar. Er selbst sagt mit einem Schmunzeln: «Ich habe noch drei Jahre Vertrag in Basel, Sie werden sich also auch nächste Saison noch mit mir herumschlagen müssen.» Damit rechnen sollte man nicht. Acht Tore und 14 Vorlagen in der Meisterschaft, starke Auftritte in der Champions League – Elyounoussi hat Begehrlichkeiten geweckt.

«Warum er so wertvoll ist»

Mit Leistungen wie jener in St. Gallen. Nach verhaltenem Start und dem 1:0 durch den in Basel ausgebildeten Buess ist es der Norweger, der mit einem Querpass der Torlinie entlang für Luca Zuffi auflegt und den Weg zum Ausgleich ebnet. Das 2:1 erzielt der Norweger nach herrlichem Zuspiel von Samuele Campo gleich selbst.

Und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Sigurjonsson sind es wieder Campo und Elyounoussi, die den FCB in Führung schiessen. Dieses Mal legt Elyounoussi auf und Campo verwertet. Den Schlusspunkt setzt Albian Ajeti, auch er auf Vorarbeit des Norwegers.

«Mo hat gezeigt, warum er für uns so wertvoll ist», bilanziert Trainer Raphael Wicky. Obwohl es für den FCB um nichts mehr geht, spielt das Team von Raphael Wicky gross auf, allen voran Elyounoussi. Er sagt: «Letztlich treibt uns die Leidenschaft für diesen Sport an.» Und wohl auch die Hoffnung auf einen lukrativen Vertrag in einer grossen Liga.

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