Vor über 7000 begeisterten Zuschauern holt sich Molico/Osasco in einer spannenden und umstrittenen Partie mit 3:2 im Tie-Break den Turniersieg. Der Schnee rund um die Basler St. Jakobshalle hatte gestern Abend trotz Minustemperaturen einen schweren Stand. Denn während des Finalspiels zwischen den Lokalmatadorinnen von Voléro Zürich und Molico/Nestlé ging es auf dem Spielfeld heiss zu und her.

Zürcher Professionalität auf der einen Seite gegen brasilianischen Samba auf der anderen. Den Blitzstart der Südamerikanerinnen konterte Voléro mit einigen schönen Punkten von Natalia Mammadova und Olesia Rykhliuk bis zum 16:16. Doch in der Folge war der Block um Kenia Carcaces und Thaisa Menezes eine sichere Bank und mit zwei Punkten von Ivna Nascimento holte sich die Mannschaft aus Brasilien den ersten Satz.

Verletzungspech bei Voléro

Auch im zweiten Durchgang war die brasilianische Blockarbeit hervorragend, sodass die Zürcherinnen der Verzweiflung nahe schienen. Kam noch hinzu, dass das «Heimteam» seine amerikanische Passeuse und Weltmeisterin Courtney Thompson Mitte des Startsatzes verletzungsbedingt ersetzen musste. Doch Ersatz-Zuspielerin Ana Grbac fand gut ins Spiel und brachte vor allem die Bulgarin Dobriana Rabadzhieva immer wieder erfolgreich in Abschlussposition.

Fazit dieser Steigerung war der Satzausgleich. Der dritte Satz war ausgeglichen, die Frauen aus Molico behielten aber, dank der besseren Annahmequote, die Oberhand (26:24). Doch auch diesen Rückstand verkraftete das Team von Trainer Dragutin Baltic und glich satzmässig erneut aus. Im Tie-Break packten dann beide Mannschaften nochmals ihr bestes Volleyball aus. Am Ende hatten aber die Gäste den etwas längeren Atem.

Cannes siegt in Spiel um Platz 3

In der Partie um den dritten Rang standen sich zwei Teams gegenüber, welche sich selber wohl eher im Final gesehen hätten. Auf der einen Seite die sechsfachen Basel Turniersiegerinnen vom Racing Club de Cannes und auf der anderen Seite mit Galatasaray Istanbul eine der vier Topteams aus der Stadt am Bosporus.

Vor allem die Französinnen um Trainer Yan Fang standen nach ihrer 2:0-Satzführung im Halbfinale gegen Molico mit einem Bein bereits im Endspiel. Doch dann ging ihnen das Benzin aus und die Brasilianerinnen kämpften sich über das Tie-Break (15:9) ins grosse Finale. Mit dem knappen 3:2-Sieg retteten die Französinnen wenigstens die Ehre, obwohl sie in der hochstehenden Partie mit 0:2-Sätzen in Rückstand gelegen hatten.

Zufriedene Veranstalter

Mit über 3100 Zuschauern im Durchschnitt pro Spiel war das Publikumsinteresse einmal mehr sehr gross. «Wir sind sehr glücklich über den Verlauf des Turniers. Wir hatten viele Feedbacks – positive und negative. Wir werden alles zusammentragen, um im nächsten Jahr einiges noch besser machen zu können» sagte Eventcourt AG-Sprecherin Erika Herzig. Auch OK-Präsident Stav Jacobi zeigte sich sehr glücklich: « Für mich war es auch einmal schön, nur als Zuschauer und Volleyballfan und nicht als Präsident und Spielervermittler hier in Basel zu sein.»