Es gibt nur sehr wenige Trainer, die ihre Aufstellung schon am Vortag des Spiels bekannt geben. Mario Been vom KRC Genk gehört zu diesen Ausnahmen. Ohne Zögern erklärte er gestern Mittag, dass anstelle Kristof van Hout, dem mit 2,08m grössten aktiven Fussballprofi der Welt, der Ungare Laszlo Köteles heute gegen Basel das Tor hüten werde. Oder dass der 31-jährige Thomas Buffel, der bis anhin kein Saisonspiel verpasste, eine Pause erhalte. «Been ist ein typischer Holländer. Ihm ist egal, ob der Gegner weiss, wie die Aufstellung aussieht. Er schaut nur auf sein Team», erklärte ein belgischer Journalist.

Ob Been, hätte er seine Anfangself für sich behalten, seinen Gegenüber Murat Yakin damit überrascht hätte, ist jedoch zu bezweifeln. Es war Mitte August, als der damalige Luzern-Trainer Yakin mit seinem Klub in der Europa-League-Qualifikation auf Genk getroffen wäre. Wäre, weil Yakin vier Tage vor der Partie in Luzern freigestellt wurde. Seine Hausaufgaben hatte Yakin jedoch gemacht, war er doch einige Tage zuvor in die Cristal-Arena nach Genk gereist, um sich ein Bild der Belgier zu machen.

«Das kann auch eine Chance sein»

«Schön, dass ich meine Erkenntnisse nun doch noch anwenden kann», sagte er gestern. Mittlerweile ist Yakin Trainer des FC Basel und spielt mit diesem heute Abend um den Einzug in die Sechzehntelfinals der Europa League. Wie im August ist Genk auch heute noch eine Mannschaft, deren Strategie auf spielerischen Elementen basiert. «Das kann auch eine Chance für uns sein. Nämlich dann, wenn sie in einer brenzligen Situation kombinieren wollen, anstatt den Ball mal nach vorne zu schlagen», sagt FCB-Aussenverteidiger Markus Steinhöfer.

Holt Basel heute Abend einen Punkt, qualifiziert es sich als Gruppenzweiter für die K.o.-Runde. Eine Niederlage reicht dann, wenn im anderen Gruppenspiel Videoton bei Sporting Lissabon nicht gewinnen sollte.

Diaz oder Yapi für Cabral

In den Reihen von Rotblau will man aber mehr als Platz zwei. «Wir wollen hier gewinnen und als Gruppenerster abschliessen. Dass das dem FCB noch nie gelungen ist, macht die Sache zusätzlich reizvoll», sagt Marco Streller.

Der Captain wird heute ein Team anführen, für das sein Trainer fast aus dem Vollen schöpfen kann. Einzig Cabral, der beim 3:0 gegen Lissabon die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, fehlt. «Wir haben keinen anderen mit dem gleichen Profil», erklärt Yakin auf die Frage, wie er den Mittelfeldabräumer zu ersetzen denkt. Einer aus dem Duo Gilles Yapi oder Marcelo Diaz, beides technisch versierte denn robuste Spieler, werde auf der Sechserposition in die Bresche springen. «Vielleicht spielen auch beide», sagt Yakin. Schiebt aber nach, dass es nur wegen Cabrals Ausfall keinen Systemwechsel gäbe. «Es wäre falsch, etwas Funktionierendes auseinanderzureissen.»

Für das gestrige, eigentlich in der Cristal-Arena vorgesehene Abschlusstraining musste der FCB kurzfristig in eine Halle mit einem Kunstrasen verschieben. Den Rasenplatz bedeckte eine fünf Zentimeter dicke Schneedecke. Bis der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg heute Abend um 21.05 Uhr zum Anpfiff bittet, sollte der Platz aber geräumt und fussballtauglich sein.