Vor acht Tagen ist in der Nationalliga A der Baseball-Meisterschaft etwas Unerwartetes geschehen. Die Flyers verloren in Zürich gegen die Challengers beide Spiele mit 5:6 und 4:5. Doch am Sonntag zeigten die Blau-Weissen aus dem Leimental, dass der Meistertitel in diesem Jahr nur über die Therwil Flyers führen kann. Gegen Embrach, das vor den beiden Partien punktgleich mit den Baselbietern auf Rang 2 der Tabelle figurierte, gab es zwei souveräne Erfolge, die aufzeigten, dass Therwil in Normalform nur schwer zu schlagen sein wird.

Lockere erste Partie

Die erste Partie war nach sieben von neun Innings (Umgängen) beendet; in den Kampfsportarten würde man von einer eklatanten Überlegenheit, die eine vorzeitige Aufgabe mitbringt, sprechen. Man hatte den Eindruck, dass der frühe Spielbeginn
(11 Uhr) für die Gäste aus dem Züribiet nicht förderlich war. Ihr Auftritt wirkte lethargisch und wenig inspiriert.

Rückstand aufgeholt

Dafür gingen sie im zweiten Match gleich nach dem ersten Durchgang mit 3:0 in Führung. Es war die einzige Phase, wo die Gäste ihrem Zusatznamen (Mustang) Ehre machten. Doch bereits im dritten Inning gelangen den Flyers fünf Homeruns – und damit war dieser Vergleich auch vorentschieden.

Auf diese Saison hin haben die Flyers mit Andy Fleischacker einen neuen Coach. Der Amerikaner mit alemannischen Vorfahren und Wohnsitz in Lörrach ist zugleich auch Schweizer Nationaltrainer. «Ich bin mit der Leistung der Jungs sehr zufrieden. Es war im Vergleich zu den beiden Zürich-Matches eine klare Leistungssteigerung; und man darf nicht vergessen, dass Embrach eine Mannschaft ist, die um den Playoff-Einzug kämpfen wird», so Fleischacker.

Starke Defensive

Traditionell sind die Flyers defensiv stark. «Unser Pitching und die Defense waren gegen Embrach sehr stark, das war die Basis für die zwei ungefährdeten Siege», weiss Klubpräsident und Nationalspieler Sebastian Zwyer, ohne den es die Flyers in dieser Form nicht geben würde. Denn in Therwil wird auch zum Nachwuchs Sorge getragen. Bestes Beispiel dafür ist der 16-jährige Sven Leemann, der heute nach Mainz an die MLB Europe Academy Tryouts geht. Der Basler, der die ersten sechs Lebensjahre in den USA verbracht hat, gilt als grösste Hoffnung im Schweizer Baseball. Auf seine Stärken angesprochen, meinte der 191 Zentimeter grosse Junior bescheiden: «Ich bin ein guter Werfer». Zwyer ergänzte umgehend: «Sven hat einen sehr starken Wurf und bringt auch die physischen Voraussetzungen mit, um dereinst ein ganz Grosser zu werden». Wer in diesem Alter bereits Catcher Nummer 1 ist, darf internationale Baseball-Träume haben.

Titel soll wieder ins Baselbiet

Vorerst aber wollen die Flyers im Herbst den Titel nach vier Jahren wieder ins Baselbiet holen. «Die Meisterschaft ist heuer ausgeglichener, der mehrfache Champion Bern Cardinals ist schwächer geworden, dafür die Renegades und Barracudas aus Zürich stärker», beurteilt Nationaltrainer Fleischacker die Liga.

Und auch die Frauen hatten ein erfolgreiches Wochenende: Im Eiltempo schlugen sie die Wil Devils mit 12:5 und 12:0, sodass sie interessierte Zaungäste beim zweiten Flyers-Spiel waren. Und manch einer glaubt, dass im Herbst die Therwil Flyers sowohl den Base- wie auch Softball-Meistertitel feiern werden.