Nach 42 Jahren ist Schluss. So lange hatte Hanspeter Tschopp Führungsverantwortung inne. Angefangen als Jugendriegeleiter. «Ich gehe mit etwas Wehmut, aber mit einer sehr grossen Erleichterung», sagt der Ziefner. Er stellt klar, dass er nicht gehe, weil er überlastet oder überfordert gewesen sei. «Nein, ich habe mich schlicht und einfach als Turner verantwortlich gefühlt».

Turnen ist für den Geschäftsführer eines Alters- und Pflegeheims nach wie vor mehr als nur Sport. «Turnen ist die Grundlage für allen Sport», ist das STV-Ehrenmitglied überzeugt. Er bezeichnet «seinen Turnsport» auch als eine gesellschaftliche Verantwortung, der Qualität, gelebte Solidarität und Fairness darstelle.

Tschopp, der dem grössten nationalen Sportverband mit gegen 400 000 Mitgliedern vorstand, ist stolz auf das Erreichte. Er ist der «Vater» der bei seinem Amtsantritt eingeführten Strukturen mit einer Aufteilung in eine strategische und operative Führung. Er betont gleichzeitig, dass im STV alle Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen und fest verankert sind. «Das macht uns einzigartig».

In Kontakt mit Maurer und Ogi

Als erster Präsident, der zwei «Eidgenössische» im Amt zu verantworten hatte, hat er viel, sehr viel Schönes, erleben dürfen. «Ich war weltweit unterwegs, beispielsweise in Japan oder in Mexiko». Prägend waren für ihn und sind immer noch die Kontakte zu den Kantonalverbänden, welche er seit seinem Amtsantritt am 1. Januar 2006 alle mehrmals besucht hat. «Ich darf auch sagen, dass ich zu Sportminister Ueli Maurer wie auch zu seinen Vorgängern Samuel Schmid und Adolf Ogi ausgezeichnete Kontakte pflege». Tschopp sagt dies ohne überheblich wirken zu wollen, sondern in der tiefen Überzeugung, dass die Arbeit des STV gerade auch in höchsten politischen Etagen sehr geschätzt wird.

Auf die Glanzlichter im Verbandsgebiet während seiner Präsidentschaft angesprochen, sagt der ehemalige Major der Armee, dass es viele gegeben habe. Er nennt aber spontan zwei Ereignisse, die Weltgymnaestrada 2011 in Lausanne, sowie, nicht überraschend, das heurige «Eidgenössische» in Biel. «Es war schlicht und einfach super, wie sich unsere rund 16 000 Jugendlichen im Seeland mit ihren Leiterinnen und Leiter präsentiert haben».

Erst der zweite Baselbieter im Amt

Hanspeter Tschopp, der auch Initiator des «Eidgenössischen 2002 im Baselbiet» war, ist erst der zweite Baselbieter im Amt des STV-Präsidenten in der über 180-jährigen Verbandsgeschichte. Der erste war Hans E. Keller aus Pratteln Mitte der Fünfzigerjahre, der den damaligen Eidgenössischen Turnverein präsidierte. Tschopp wird es ab Montag nicht langweilig.

Mit dem STV ist er weiterhin verbunden, bis Ende Jahr noch als Verantwortlicher für das Tagesgeschäft. Und: Im Weltturnverband amtetet er bis im Jahr 2016 als Auditor. Im Beruf will er ebenfalls bis zum 65. Geburtstag weitermachen, denn dort fühlt er sich wohl. Auch deshalb, weil ihn seine Arbeitgeberin in all den Jahren sehr unterstützt habe. «Ohne dies wäre es nicht gegangen», dankt er seinen Vorgesetzten. Er dankt gleichzeitig seiner Frau Käthi, ohne deren Unterstützung all diese Jahre nicht möglich gewesen wären. Rosen streut er schliesslich auch der Geschäftsstelle, wo so viele hoch qualifizierte Frauen und Männer arbeiten würden.