Super League

Nach dem 2:2 bei Servette: Der FCB hat seine letzte Hoffnung verspielt

Der FC Basel (hier Arthur Cabral) nimmt die Hürde Servette nicht und verspielt zwei wichtige Punkte im Rennen um die vorderen Plätze.

Der FC Basel (hier Arthur Cabral) nimmt die Hürde Servette nicht und verspielt zwei wichtige Punkte im Rennen um die vorderen Plätze.

Der FC Basel holt bei Servette nur ein 2:2, verliert seine letzte Meisterchance und am Ende auch Topskorer Arthur Cabral.

Der Unglaube ist riesig. Die Proteste ebenso. Sowohl Arthur Cabral als auch seine Teamkollegen echauffieren sich. Eben hat der Basler Topskorer seine zweite gelbe Karte gesehen. Sie bedeutet Feierabend für den Stürmer und eine rund zehnminütige Unterzahl für den FC Basel. Es ist ein unwürdiger Abschluss einer aufregenden Partie zwischen Servette Genf und den Baslern. Und es ist eine Szene, die mitentscheidenden Charakter im Rennen um die vorderen Plätze der Super League haben könnte.

Denn ohne ihren Sturmtank und vor allem mit einem Mann weniger fehlen den Basler Akteuren in der Bruthitze Genfs in den Schlussminuten dieser Partie die Kräfte, um das 2:2 doch noch in einen möglichen Sieg umzuwandeln. Zu gross ist bis zu diesem Moment schon der betriebene Kraftaufwand, die Krampferscheinungen häufen sich. Und es wirkt auch ein bisschen, als fehlte durch den viel zu streng gepfiffenen Platzverweis Cabrals durch den durchs Band wenig überzeugenden Schiedsrichter Luca Piccolo der letzte Glaube in diesem Basler Team, dass ein Sieg im Schlussspurt der Meisterschaft etwas bringen könnte.

Die Basler wissen in diesem Moment noch nicht, dass der FC St. Gallen bei Thun drei Punkte liegen lässt und damit eine Chance bietet, wieder auf drei Punkte aufzurücken. Die FCB-Spieler wissen aber, dass Cabral nach seinem Platzverweis am Mittwoch fehlen wird – ausgerechnet bei St. Gallen. Dort also, wo man sich mit einem allfälligen Vollerfolg noch einmal ins so enge Meisterrennen hätte einschalten können. Vorausgesetzt, die Basler hätten im vierten Duell gegen den Aufsteiger zum zweiten Mal gewinnen können. Aber dem ist nicht so. Servette Genf und der FC Basel trennen sich 2:2 unentschieden. «Das ist ein gerechtes Ergebnis», bilanziert Torhüter Jonas Omlin nach Schlusspfiff.

Immerhin das Miniziel ist fast erreicht

Dass damit aber sämtliche, zumindest minimal verbliebenen Rest-Chancen auf den Meistertitel abgeschrieben werden können, dem will Omlin keine Beachtung schenken. «Wir schauen gar nicht mehr darauf», gibt er zu. Weil auch er weiss: Spätestens jetzt, spätestens nachdem YB am Samstag den FC Zürich 5:0 besiegt und erneut auf acht Punkte davon gezogen ist, können die Basler ihre allerletzten Hoffnungen begraben.


So ernüchternd damit aus Basler Sicht der Abschluss dieser 32. Runde ist, so ansehnlich ist das Spiel in Genf. Die Gastgeber gehen früh in Führung, weil die Basler Defensive – wieder mit dem zentralen Duo Eray Cömert und Omar Alderete – zu passiv agiert. Das Spiel ist lanciert, es folgt ein intensives, enges Auf und Ab. Die Basler schaffen den Ausgleich mittels Penalty neun Minuten später. Ähnliches zeigt sich in Durchgang zwei: Temporeicher Start, Servette legt dank eines unhaltbaren Traumtores von Alex Schalk vor, ehe Alderete für den neuerlichen Ausgleich sorgt. Es steht 2:2, und dabei soll es auch bleiben. Die beiden Teams neutralisieren sich gerade in der zweiten Zone über weite Strecken. Der Raum ist beidseitig extrem eng, wirklich viele Grosschancen gibt es nicht. Ein Abschluss des eingewechselten Tician Tushi in der 83. Minute kommt einem Siegtor noch am nächsten.

So aber bleibt es bei einer Punktetrennung, der Gewissheit, dass die Basler bei noch vier verbleibenden Spielen den Traum vom Titel ausgeträumt haben – aber immerhin ein Miniziel so gut wie sichern konnten. Denn mit dem Unentschieden im Stade de Genève können die Basler die Genfer weiter um zehn Punkte auf Distanz halten und sich Platz drei so gut wie sichern. Immerhin etwas, worüber man sich beim FCB im Ansatz freuen kann.

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