Super League

Nach dem 3:0 gegen Luzern: Der FC Basel und sein guter Lauf

Läuft bei ihm und läuft beim FC Basel: Arthur Cabral feiert sein zweites Tor und der Verein die Leaderposition in der Super League.

Der FC Basel besiegt am Sonntag den FC Luzern mit 3:0, steht nach dem ersten Viertel der Saison auf Platz eins der Tabelle und weist eine gute Entwicklung auf.

«Sensationell!», sagt Valentin Stocker und grinst. Anders könne er es nicht bezeichnen, dass man nach neun Runden bereits 22 Punkte auf dem Konto habe. Sensationell, so würde er es wohl auch bezeichnen, dass der FC Basel damit auf Platz eins steht, das erste Quartal der Saison 2019/20 dort abschliesst und vor allem: drei Punkte mehr als der Meister hat.

In der Summe führt dies gar dazu, dass der FCB das drittbeste Startviertel seit zehn Jahren hingelegt hat. Nur 2015 (24 Punkte) und 2016 (27) häufte sich Basel mehr Punkte an. Die 22 aktuellen Zähler sind der Lohn von sieben Siegen in neun Spielen. Den letzten gab es am gestrigen Sonntag gegen den FC Luzern. Es war ein Sieg, der sich früh abzeichnete.

Ruhe neben, Freude auf dem Platz

Bereits nach acht Minuten schiesst Kevin Bua den FCB in Führung. Der Romand steht zuvor aber im Offside, der Treffer zählt nicht. Doch nur zwanzig Minuten später bekommt Bua Konkurrenz in der Kategorie «Mann der Stunde» bei den Baslern: von Arthur Cabral. Der Brasilianer, der am Mittwoch gegen den FC Zürich sein erstes Tor für den FCB erzielte, doppelt in der 28. nach. Er staubt nach einer Parade des sonst bärenstarken Marius Müller ab. 1:0.

In der 56. erzielt der Brasilianer nach einer Flanke von Blas Riveros noch seinen zweiten Treffer, den dritten in nur fünf Tagen. «Ich bin sehr glücklich darüber», sagt er nach dem Spiel und fügt an: «Auch, dass ich hier meinen Fussball zeigen kann. Ich durfte in Brasilien nicht viel spielen im letzten Jahr. Hier habe ich es jetzt geschafft, gleich mehrmals nacheinander auf dem Platz zu stehen.» Auch deshalb fühle er sich schon nach so kurzer Zeit in Basel schon «wie zu Hause».

Beeindruckend ist, wie wenig Eingewöhnungszeit der Neuzugang brauchte. Seine problemlose Integration ist auch ein Zeichen dafür, dass in Basel vieles wieder stimmt. Die Schauplätze neben dem Platz sind weniger geworden, jene auf dem Platz sorgen beinahe nur für positive Schlagzeilen. Der FC Basel hat einen Lauf.

Fokussiert, unaufgeregt, ruhig

Der souveräne Sieg gegen die Luzerner ist sinnbildlich dafür. Es ist ein Spiel, das vielleicht vor einem Jahr in anderen Bahnen verlaufen wäre. Damals, als nicht gegebene Tore schnell dafür sorgten, dass man die Energie am falschen Ort investierte, den Fokus verlor.

In dieser Saison aber ist der FC Basel fokussiert, unaufgeregt, ruhig. Abgeklärt gar. Sowohl aberkannte Tore als auch ein zurückgenommener Penalty sorgen nicht dafür, dass das Spiel kippt. Der FCB ist gefestigt. Und vor allem: in Form.

Auch in der Breite. Es scheint, als könnte Trainer Marcel Koller beinahe beliebig rotieren, und die Maschine läuft problemlos und wie geschmiert weiter. Oder wie Kemal Ademi, der nur kurz nach seiner späten Einwechslung das 3:0 erzielt, sagt: «Wenn Arthur spielt, trifft er, wenn ich spiele, treffe ich.» Es funktioniert und harmoniert einfach alles im Moment in Basel.

Hinten stabiler, vorne gefährlicher

Und es tut dies mit einem Fussball, der ansehnlich ist. Alle drei Tore resultieren aus schönen Spielzügen. Der Ball läuft mit einer Leichtigkeit, das Spiel der Basler hat einen gewissen Flow, eine gewisse Dynamik. Es sind selten überragende Auftritte, aber Leistungen, die gut sind. In der Defensive wurden die Fehler minimiert, in der Offensive ist jeder fähig, ein Tor zu erzielen. Das Kollektiv überzeugt, auch gegen Luzern. Auch wenn Cabral als Matchwinner etwas herausragt.

All dies führt zu einem Selbstvertrauen, welches die Basler ausstrahlen und ausleben. Mit jedem Sieg wächst es noch mehr. Aber nicht nur das gedeiht. In Basel ist etwas im Entstehen. Ein guter Lauf zum einen. Aber auch eine Mannschaft, der man auf einmal wieder viel zutraut. Ademi ist sich schon mal sicher: «Wir werden ganz, ganz viel schaffen.»

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