Peter Salmik, Coach des EHC Basel-Kleinhüningen, gibt sich Minuten nach der ultrafrustrierenden 2:3-Niederlage im alles entscheidenden, fünften Playoff-Spiel gegen Brandis betont gefasst: «Wir haben sehr gut gespielt», sagt er trocken. Und: «Leider können wir nicht alles selbst bestimmen.»

Ein Wink auf die Szene, die den Match letztlich zugunsten der Berner entschied. Der Ref schickt in der Overtime Remo Hunziker wegen übertriebener Härte auf die Strafbank, ein Ermessensfoul, das man in dem Moment nicht pfeifen dürfte. Die Emmentaler, die zuvor sieben Powerplays ungenutzt lassen, treffen und stehen erstmals in der Vereinsgeschichte in einem Halbfinal. Ja mehr noch – bis zur Serie gegen Basel hatte Brandis, das von Mäzen Heinz Krähenbühl neu üppig alimentiert wird, überhaupt noch kein Playoff-Spiel gewonnen.

Ref vermeidet Blickkontakt

Der Ref habe ihn beim Händeschütteln nicht ansehen können, erzählt Salmik. Dass er, der Schiri, eine tragende Rolle in dieser Finalissima spielte, dürfte diesem bewusst gewesen sein. Allerdings: «Wir haben die Serie nicht in diesem fünften Spiel verloren», relativiert Salmik. Immerhin hatte man in der Serie mit 2:0-Siegen geführt. «Der Knackpunkt war Spiel 3, das wir 29 Sekunden vor Schluss noch verloren haben», so der Basler Coach.

Dass die gleichzeitig stattfindende Fasnacht schuld war, dass Basel die Viertelfinalserie noch peinlichst aus den Händen gab, glaubt Goalgetter Alessio Guantario nicht. «Wir haben uns sehr gut auf das fünfte Spiel vorbereitet», hält der 23-Jährige fest. Gewiss seien ihm und seinen Kollegen die «drey scheenschte Dääg» im Jahr wichtig. «Adelboden hat den Ski-Weltcup, wir die Fasnacht», meint er. Das lasse man sich nicht entgehen. Aber auf ihre Leistung hätte sich die Fasnacht nicht ausgewirkt.

Mitternachts-Frustbewältigung

Im Car auf der Fahrt heim an den Rhein habe eine sehr niedergeschlagene Stimmung geherrscht, sagt Guantario. Man sei in Basel am Freitag irgendwann gegen 1 Uhr nachts angekommen, sei danach in der Garderobe noch zusammengesessen und habe diskutiert. Mitternachts-Frustbewältigung, sozusagen. «Auf diese Weise auszuscheiden ist extrem frustrierend», sagt der vollamtliche Personalberater. Vor allem auch für die Spieler, die das Team aus was für Gründen auch immer verlassen werden.

Guantario spielt seine zweite Saison bei Basel/KLH. Letztes Jahr sei man gegen Lyss als klar unterlegene Mannschaft im Viertelfinal rausgekippt worden. «Damit kann man leben.» Aber ein Entscheidungsspiel so zu verlieren, sei kaum fassbar. In der Tat war Basel spielerisch und athletisch besser als Brandis. In Siel 5 dominierte das Salmik-Team vorab im Schlussdrittel. Chancen, den Sack zuzumachen, waren in dem Sinn ausreichend gegeben. Doch wie hat es der Materialwart der Basler am Donnerstag in den Katakomben gesagt: «Vielleicht hat es einfach so sein müssen.»