Super League

Nach dem Schock die Gala: Basel zerlegt St. Gallen mit 5:0

Der FC Basel vermeldet erst einen Coronafall und schiesst dann Titelkandidat St. Gallen mit 5:0 aus deren Stadion. Damit rücken die Basler näher an die Ostschweizer und Platz 2 heran.

Jetzt hat auch der FC Basel seinen ersten Coronafall. Genau viereinhalb Stunden vor dem Anpfiff in St. Gallen verschickt der Verein ein Communiqué. «Ein Spieler des FC Basel wurde positiv auf das Coronavirus getestet», heisst es. Das Spiel gegen St. Gallen findet trotzdem statt. Anders als beim FC Zürich oder bei Xamax Neuchâtel hat der FCB seine Spieler seit dem Restart nämlich dreimal vorsorglich getestet. Bis auf den betroffenen Spieler, der zuletzt nicht im Aufgebot war und dessen Name nicht genannt werden soll, waren alle anderen Tests am Dienstag negativ. Obwohl der Spieler in den letzten Tagen mit der Mannschaft trainiert hat, bewertete der zuständige Kantonsarzt die Situation als ungefährlich. Der Rest der Mannschaft muss nicht in Quarantäne, der FCB kann im Kybunpark mit der A-Elf spielen.

Captain Valentin Stocker hatte im Vorfeld angekündigt, dass der FCB mit einem Sieg den zweiten Rang der St. Galler noch angreifen will. Und sein Trainer Marcel Koller zeigt mit seiner Aufstellung, dass auch er seinem Ex-Verein – mit dem er 2000 Meister wurde – im aktuellen Meisterschaftskampf ein Bein stellen will. Die FCB-Marschroute war also klar: Den Sechspunkterückstand mit einem Sieg halbieren.

Der FCB schockt St. Gallen mit deren eigener Taktik

Der FCB startet furios ins Spiel. Von der Auswärtsschwäche oder Verunsicherung durch den Coronafall ist rein gar nichts zu spüren. Verkehrte Welt im Kybunpark. Die sonst für ihr Startfeuerwerk bekannten St. Galler werden vom FCB überrannt. Nach vier Minuten zappelt gleich der erste Torschuss im Netz. Ademi verwertet einen Schnittstellenpass von Frei zum 1:0. Und nach dem nächsten Angriff muss St. Gallen-Keeper Zigi bereits ein zweites Mal hinter sich greifen. Campo netzt mit dem zweiten Schuss des Abends und bedankt sich bei Vorlagengeber Widmer für dessen Energieanfall mit anschliessendem Assist.

Spätestens jetzt wähnen sich die St. Galler im falschen Film. Die Härte nimmt zu. Görtler startet das Grätschfurioso. Auch Xhaka und Cömert haben Glück, dass sie weiterspielen dürfen. Jeder Zweikampf wird geführt, als fiele heute die finale Entscheidung um die Meisterschaft. Für St. Gallen mag das  zutreffen. Aber dass der FCB so konzentriert und aggressiv agiert, ist doch überraschend.

Nach dem Seitenwechsel ist das herrliche Abendrot einem Sommergewitter gewichen. Es schüttet und stürmt und die St. Galler sehen, wie ihr Titeltraum weggeschwemmt wird. St. Gallen hat den Ball, aber Basel die Chancen. Nachdem Pululu kläglich vergibt, macht es Ademi in der 57. Minute besser und trifft zum 3:0. In der Schlussphase halten Stocker und van Wolfswinkel am Ende von zwei schönen Kontern den Fuss hin. Und so steht am Ende ein etwas zu hohes 5:0 auf der Anzeigetafel.

Die Entscheidung im Titelkampf? Sollte YB heute gewinnen, wären sie fünf Punkte weg. Und mit dem FCB in Schlagdistanz droht St. Gallen gar der Sturz auf Rang 3. Wenn Rotblau auch in den kommenden drei Spielen so auftritt, ist Platz 2 mehr als realistisch. Doch wichtiger als die Rangverschiebung ist eine negative Coronatestreihe Ende Woche. Denn erst dann ist gewiss, ob sich beim FCB nicht doch mehr Spieler angesteckt haben und die Durchführung dieses Spiels richtig war.

Die Noten zur Gala

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