Es war sicher nicht ganz einfach für Head-Coach Andreas Vollmer, seine Spielerinnen nur wenige Stunden vor der Abreise zum Europa-Cup-Achtelfinal-Rückspiel in Richtung Rumänien für dieses Meisterschaftsspiel gegen den Tabellensechsten aus Lugano einzustellen.

Nach einem guten Start, vor allem mit Punkten von Madlaina Matter und Topskorerin Maja Storck, nahm das Heimteam etwas den Fuss vom Gaspedal. Dies war die Chance für den Underdog aus dem Tessin, welcher diese auch mit schönen Punkten ihrer brasilianischen Topskorerin Ellen Grazielle Saldanna Do Amaral zu nutzen wussten und Mitte dieses Startsatzes überraschend mit 13:14 in Führung lag.

Dieses Resultat war dann so etwas wie der Startschuss zu einem hochkonzentrierten und spielerisch starken Zwischenspurt der Baselbieterinnen. Jazmine White, Nicole Walch und Anu Ennok machten gleich zehn Punkte in Folge und die Kanadierin White verwertet auch gleich noch den ersten Satzball zur sicheren Satzführung.

Weiter im gleichen Stil

Auch zu Beginn des zweiten Satzes harzte es beim Favoriten etwas. Doch Duplizität der Ereignisse. Einen 4:5-Rückstand beantwortete das Team um Captain und Passeuse Tess von Piekartz eindeutig und lag wenig später mit 10:5 in Front. Die Luganesi wehrten sich nach Kräften, fanden aber kein Rezept gegen das variable Angriffsspiel der Heimmannschaft.

Vor allem White zeigte sich äusserst spielfreudig und liess der Defensive des Teams von Trainer Tony Zisa mit ihren Smashes kaum je eine Abwehrchance. Doch wieder waren es ein Nachlassen und einige Unkonzentriertheiten bei Sm’Aesch, welche den Gegner wieder aufbauten und bis auf einen Punkt herankommen liessen (21:20).

Es war dann Mittelblockerin Matter, die ihr Team wieder wachrüttelte. Sogleich verwandelte Anu Ennok den ersten Satzball zur 2:0-Führung im gegnerischen Feld. Nach dem klaren Satz-Vorsprung erhielt Walch eine Pause und Livia Zaugg kam beim Birstal-Kombinat ins Spiel. Zwei Bälle waren erst gespielt, als ein Aufschrei durch die Halle ging.

Verletzung mit Folgen

Lugano-Angreiferin Amaral hatte sich bei einer Abwehraktion am Fuss verletzt und musste vom Feld getragen werden. Diesen Ausfall konnten die Tessinerinnen nicht kompensieren. Sm’Aesch hatte in der Folge leichtes Spiel und lag beim zweiten technischen Time-out mit 16:8 voran.

Der Rest war dann leichtes Spiel und vor allem Schonung für das wichtige Spiel vom kommenden Mittwoch im Nordosten von Rumänien, wo man die 2:3-Heimniederlage unbedingt korrigieren will.

Es war die eingewechselte Zaugg, welche den ersten Matchball verwertete und die Chancen im Europa-Cup zuversichtlich einschätzt: «Wir hätten schon das Heimspiel gewinnen können. Warum soll uns dies jetzt nicht in Bacau gelingen? Wir müssen einfach den Game-Plan unseres Trainers befolgen, dann kommt es schon gut.»