Ausgeschlafen und wach sollte der TV Pratteln NS das Spielfeld betreten -- so forderte es zumindest das Matchprogramm. Eine klare Aufforderung, denn gegen Möhlin brauchten die Gastgeber einen Sieg, Platz drei in der Tabelle war die Ausgangslage. Die Gegner waren in der Aufstiegsrunde bisher ohne Punkt geblieben und haben somit die Möglichkeit zum Aufstieg bereits verpasst. Dieser Tatsache zum Trotz, war mit keinem leichten Gegner zu rechnen, denn für Möhlin galt es, das Gesicht zu wahren.

Die beiden Mannschaften zeigten von der ersten Sekunde an, dass sie gewinnen wollten. Die Prattler wirkten anfangs etwas unentschlossen und suchten einen Weg durch die Aargauer Mauer. In der ersten Halbzeit jagte ein Tor das andere, das Spiel war ausgeglichen, die Stimmung elektrisierend. Die Zuschauer beider Mannschaften unterstützten ihre Teams mit Pauken und Trompeten, selbst die Trainer konnten sich nicht auf ihren Plätzen halten. Auf 1:0 folgte 1:1, 1:2, 2:3 und so ging es weiter bis zu einem Pausenstand von 11:11 - eine ausgeglichene erste Hälfte.

Nach der Pause versuchten die Gastgeber Druck zu machen, was nur schwer gelang. Die selbstbewussten Möhlemer übernahmen das Zepter und liessen den Prattler kaum Spielraum. Die Aargauer bauten ihren Vorsprung immer mehr aus und überraschten mit ihrer lockeren Spielweise die Gastgeber. Zwar war es noch immer ein Kopf an Kopf Rennen, doch diesmal waren die Gäste immer einen Schritt voraus und liessen sich ihre Führung nicht mehr nehmen. Je näher das Erklingen der Schlusssirene rückte, desto mehr wurde der Frust bei den Gastgebern spürbar. Die Partie endete für Pratteln mit einer knappen 22:24-Niederlage und so rückte der Traum vom Aufstieg in weite Ferne.

Zu wenig cool und abgeklärt

«Für mich ist die Sache gelaufen», sagte Prattelns Trainer Kai Wetzel nach dem Spiel. «Wir haben zu viele technische Fehler. So konnten wir nicht umsetzten, was wir uns vorgenommen hatten», erklärt Wetzel weiter. Es sei schwierig den Rückstand von sechs Punkten aufzuholen, «doch ich will an diesem Strohhalm festhalten, und alle kommenden Spiele gewinnen», so Wetzel. Das Spiel habe gezeigt, dass seine Mannschaft noch nicht so weit sei. «Uns fehlt die Routine, wir sind zu wenig cool und abgeklärt», wertet der Trainer die Situation. Trotz Frust, will Wetzel die Minimalchance aufrecht erhalten und dafür in erster Linie die Spieler moralisch wieder aufbauen, um das kommende Spiel gegen Zofingen zu gewinnen.