Leichtathletik

Nach der endlosen Verletzungsmisere: Karim Manaoui ist wieder zurück

Wieder voller Tatendrang: Karim Manaoui meldet sich nach einer fast endlosen Verletzungsmisere zurück.JBU

Wieder voller Tatendrang: Karim Manaoui meldet sich nach einer fast endlosen Verletzungsmisere zurück.JBU

Karim Manaoui peilt an der Hallen-SM in Magglingen Medaillen über 60 m Hürden und 400 m an. In erster Linie ist der Binninger einfach froh, endlich wieder zurück zu sein. Denn 2012 war für ihn ein Seuchenjahr.

Er ist wieder im Element. Aber weit wichtiger: auch das Lachen von Karim Manaoui ist zurück. «Und damit der Spass, der Tatendrang, das Körpergefühl», zählt der Binninger auf. Nach dem Seuchenjahr 2012 spürt Manaoui wieder diese Aufbruchstimmung. Immer wieder warfen ihn in der letzten Saison Verletzungen zurück und verunmöglichten gute Resultate. «Es war einfach nur frustrierend», resümiert der 23-Jährige, «ich habe sogar mehrmals an Rücktritt gedacht.» Aus dieser Zeit schöpft der Old-Boys-Athlet mittlerweile positive Energie – vor allem auf mentaler Ebene.

Karim Manaoui über Inspiration und Träume

Karim Manaoui über Inspiration und Träume

Magglingen als Standortbestimmung

2013 will er wieder an die früheren Erfolge anknüpfen. Wie damals, als er 2007 über 110 Meter Hürden überraschend SM-Silber holte, oder als er 2011 mit dem Hallen-Meister-Titel über 400 Meter alle hinter sich liess. Die heutige Hallen-SM dient für Manaoui als erste Standortbestimmung. Woran muss noch gearbeitet werden? Was funktioniert? Der 23-Jährige wird am Bieler Hausberg sowohl über 60 Meter Hürden, wie auch über 400 Meter starten. «Als Athlet willst du grundsätzlich immer gewinnen, aber ich wäre mit jeder Medaille zufrieden», sagt er. Die besseren Chancen hat Manaoui sicherlich bei den Hürden, wo er mit der drittbesten Ausgangszeit (8,13 Sekunden) in die Vorläufe starten wird. Die Form stimmt, die Motivation sowieso. «Auch wenn ich im Rücken noch immer eine leichte Blockade spüre», gibt der Bürokaufmann zu.

Den Sommer im Visier

Die eigentlichen Ziele folgen für Manaoui zum Sommer hin. Sprint- und Hürden-Cup, Pfingstmeeting und natürlich die SM in Luzern, wo er in seiner Lieblingsdisziplin über 400 m Hürden an den Start gehen wird. Für Manaoui auch das klare Highlight der bevorstehenden Saison.

Konkurrenz im Aufwind

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Im Gegenteil. «Es gibt eine Handvoll Athleten, die sich vom Rest abgesetzt haben, auch von mir», sagt der Baselbieter offen. So läuft der Tessiner Daniele Angelella die 400 Meter mit 47,69 Sekunden fast zwei Sekunden schneller als Manaoui mit 49,55. Der Student lässt sich von diesem Leistungsdenken wenig beeindrucken. Ohnehin machte er nie einen Hehl daraus, dass er nicht auf die Karte Sport setzen wird. «Mir ist ganz bewusst, wo meine Grenzen liegen. Ich orientiere mich vor allem auf nationale Meetings». Zurzeit ist er einfach nur froh zurück zu sein, endlich wieder voll angreifen zu können.

Manaoui ist besonnener geworden, erwachsener. «Vor fünf Jahren wäre ich mit dem heute Erreichten nicht zufrieden gewesen. Jetzt schon», sagt er mit einem sanften Lächeln.

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