Es waren keine einfachen Wochen für Katrin Leumann. Nach der EM Anfang Juni beklagte die Riehenerin unerwartet hartnäckige Atemprobleme. Und von da an begann die Odyssee. Weil niemand eine treffende Diagnose über die Ursache machen konnte, half nur das Ausschlussprinzip. Ein Pneumologe schloss Asthma aus, ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist leitete Leumann an eine Logopädin weiter, ehe letztlich ein Osteopath helfen konnte. Mittlerweile geht es für die 32-Jährige langsam wieder bergauf.

Lange auf Medaillenkurs

Entsprechend überrissen wäre gestern an der Cross-Country-SM in Lostorf das Ziel Titelverteidigung gewesen. Trotzdem hat sich Leumann immerhin eine Medaille erhofft. Und der Start glückte ihr. Die Baslerin kam vielversprechend ins Rennen, lag nach fünf von sieben Runden – hinter Jolanda Neff und Kathrin Stirnemann – auf Platz 3. Als dann ein technisch anspruchsvoller Streckenabschnitt wegen schlechter Witterung vorsichtshalber gesperrt wurde, musste Leumann ihren Bronze-Platz an die Aargauerin Esther Süss abtreten. «Unglücklich, dass genau diese Stelle, an der ich am meisten Zeit auf die vorderen Fahrerinnen gutgemacht habe, aus dem Rennen genommen wurde», haderte die Europameisterin von 2010 nach der Zieleinfahrt.

Viele positive Eindrücke

Dennoch konnte Leumann als Vierte auch viele positive Eindrücke aus Lostorf mitnehmen: «Ich konnte endlich wieder bis zum Schluss voll am Limit fahren.» Was aber nicht heisst, dass die ganzen Beschwerden der letzten Wochen komplett überstanden sind. «Es ist schwierig, abzuschätzen, wie fit ich wirklich bin», ergänzt Leumann. Der Schritt zur Schweizer Spitze scheint jedoch wieder in Reichweite, auch wenn die Ostschweizer Siegerin Jolanda Neff mit mehreren Minuten Vorsprung in ihrer eigenen Liga gefahren ist.

Auf Leumanns Rennprogramm in diesem Jahr hatte der gesundheitliche Rückschlag keinen Einfluss. Für sie geht es nämlich Schlag auf Schlag weiter. Am 2. August geht der Weltcup im kanadischen Mont Sainte-Anne über die Bühne, eine Woche später findet bereits der nächste Weltcup im amerikanischen Windham statt. «Mit Zielsetzungen halte ich mich zurück. Es wäre aber schön, wieder konstant am Limit fahren zu können», hofft die Profi-Sportlerin.