Basketball
Nach einem Anruf wusste Sebastian Hoch: «Jetzt will ich alles!»

Lange hatte er keine Ambitionen, dann klingelte das Telefon. Heute träumt Sebastian Hoch (18) aus Binningen vom Basketballteam aus Barcelona. Der Weg zum Profi-Basketballspieler führt aber über Fribourg. Dort wird Hoch ans Fanion Team herangeführt.

Von Philippe Feller
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Alles im Griff: Sebastian Hoch tastet sich ins Rampenlicht der NLA. ZVG

Alles im Griff: Sebastian Hoch tastet sich ins Rampenlicht der NLA. ZVG

Es war ein harter und schwieriger Entscheid, den die Familie Hoch im Jahr 2008 zu beschliessen hatte. Der damals 14-jährige Sebastian hatte soeben ein Angebot des NLA-Vereins aus Fribourg erhalten. «Für mich war klar, dass ich diesen Schritt wagen muss, doch meine Eltern waren zunächst noch etwas skeptisch», erzählt Hoch rückblickend.

Nach dem Fussball kam Basketball

Zu dieser Zeit absolvierte er das dritte Jahr der Oberstufe, hatte Familie und Freunde um sich. Als der Baselbieter im Alter von 11 Jahren mit dem Basketball begann – sein Vater, der früher selbst spielte, schickte ihn aufgrund seiner Grösse und dem verlorenen Fussball-Enthusiasmus zum Training – hatte der 198 Zentimeter grosse Hüne keine Ambitionen in diesem Sport. «Ich spielte nur zum Spass und mit Freunden zusammen. Aber als der Anruf aus Fribourg kam, wusste ich, jetzt will ich alles.»

Alles nahm seinen Anfang mit der Einladung durch Nehdy Mari, den Cheftrainer von Fribourg. Mari bot Hoch zu einem Probetraining auf und wollte ihn verpflichten. Jetzt pendelt der 18-Jährige zwischen dem NLA-Team und der Académie Fribourg U23. «Ich erhalte immer wieder Spielzeit in der NLA. Noch nicht viel, aber immer mehr und ich muss mich jetzt beweisen» – notabene beim Leader der NLA. Auch in schulischer Hinsicht hat sich alles zum Guten gewendet.

Ein zweites Standbein

In der Akademie von Fribourg absolviert er die FMS, mit dem Ziel, sich zum Physiotherapeuten ausbilden zu lassen. «Sport ist ein schnelllebiges Geschäft und es ist gut, ein zweites Standbein zu haben. Solange es sich mit dem Sport, welcher oberste Priorität hat, vereinbaren lässt, will ich diese Ausbildung abschliessen», berichtet der zielstrebige Sportsmann. Mittelfristig will sich Hoch in der ersten Mannschaft von Fribourg durchsetzen, doch langfristig hat er höhere Ziele: «Ich will es als Profi schaffen. In der Schweiz oder auch im Ausland. Es gibt viele grosse Ligen in Europa.» Der Traum von der NBA (National Basketball Association, die beste Liga der Welt) scheint begraben. «Amerika ist ganz weit weg, ich denke nicht, dass das klappt», sieht er die Sache realistisch und fügt gleich an: «Aber bei einem Verein wie Barcelona zu spielen, wäre auch genial.»

Der Traum von der Nati

Auch die Nationalmannschaft reizt den Power Forward. Bereits hat er in den U-Mannschaften sein Können unter Beweis gestellt und wird immer wieder in die U-Auswahlen berufen. Bis es so weit ist, freut sich der Basket-Crack auf Weihnachten. «Während den Ferien werde ich zu Hause in Binningen bei meiner Familie sein und nach den Festtagen geht es ab ins Wallis in die Berge mit Freunden. Ich selbst werde jedoch nicht auf die Ski stehen, das Verletzungsrisiko ist zu gross.» Bereits in jungen Jahren weiss Hoch genau was er will und wird keine unnötigen Risiken eingehen, um seinen Traum vom Profi nicht zu gefährden.