Handball
Nach einer turbulenten Saison den Ligaerhalt doch noch geschafft

Die Handballerinnen vom SPL-Ligist Basel Regio dürfen auch die nächste Saison in der höchsten Schweizer Spielklasse planen. Dank eines 23:21-Heimsieges gegen den TV Uster, wurde der Klassenerhalt im letzten Spiel der Saison Tatsache.

Georges Küng
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Basel Regios Nummer 10 Marie-Rose Bütikofer erzielte den wichtigen Anschlusstreffer.

Basel Regios Nummer 10 Marie-Rose Bütikofer erzielte den wichtigen Anschlusstreffer.

Kenneth Nars

Was lange Zeit nach einer Verlustpartie, verbunden mit dem Abstieg in die SPL 2 aussah, endete für die Basler Handballerinnen mit einem Sieg, Jubeltänzen und einer langen Festnacht. Damit ist «eine in jeder Hinsicht turbulente Saison», wie Co-Trainer Jürg Huber nach Abpfiff erleichtert meinte, «gut zu Ende gegangen». Und der langjährige Trainer der U19-inter-Junioren dachte an den Exodus der ausländischen Spielerinnen im Herbst sowie an den «abrupten» Trainerwechsel von Thomas Mathys zum Duo Alex Ernst/ Alex Ernst.

Zur Pause im Rückstand

War der Spielbeginn noch beschwingt (Regio ging schnell mit 2:0 in Führung) und benötigte Uster sechs lange Minuten und fünf Angriffe, um erstmals den Ball ins Netz zu setzen, so änderte das Spielgeschehen ab der 14. Minute. Da gingen die Zürcherinnen, die für den Ligaerhalt einen Sieg benötigten, erstmals in Führung (6:5). Und als nach 24 Minuten von der Anzeige ein 8:13 aufleuchtete, spürte man, dass Anspannung und Nervosität sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Zuschauerrängen nochmals einen Schub erhielt.

Bereits zwölf Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte Marie-Rose Bütikofer das 12:14 – es war ein Zeichen, dass Basel Regio gewillt war, um jeden Ball und Tor zu kämpfen. Und weil Regio-Torhüterin Zsanett Brunner zwischen der 35. und 56. Minute, in der entscheidenden Phase, drei Siebenmeter parierte, ging ein Ruck durch die Baslerinnen. Regio musste sich allerdings bis zur 55. Minute gedulden, ehe man wieder in Führung (19:18) gehen konnte. «Ich glaube, wir hatten den grösseren Siegeswillen und den längeren Atem als Uster», meinte Co-Trainer Huber, denn in der Endphase wirkte der TV Uster im wahrsten Sinne des Wortes, «platt».

Die Baslerin Aline Mathys (blau) mit Durchsetzungsvermögen am Kreis.
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Aline Mathys (mit Ball) setzt sich gleich gegen zwei Gegnerinnen durch.
Marie-Rose Bütikofer (r.) setzt zu einem Sprungwurf an.
Basel Regios Nummer 10, Marie-Rose Bütikofer, mit einem Sprungwurf.
Auch Sarah Baumgartner versucht ihr Glück.
Ausgelassener Jubel nach Spielschluss.
Marie-Rose Bütikofer (am Ball) mit vollem Körpereinsatz.
Der Jubel kennt keine Grenzen.
Auch die kleinsten Anhänger freuen sich für die Mannschaft.
Die Spielerinnen (hier Marie-Rose Bütikofer) haben alles gegeben.
Mit einem knappen Sieg sicherten sich die Handballerinnen von Basel Regio den Klassenerhalt.

Die Baslerin Aline Mathys (blau) mit Durchsetzungsvermögen am Kreis.

Kenneth Nars

Viele Abgänge

«Der Ligaerhalt ist wichtig, denn es ist einfacher, oben zu bleiben als nach einem Abstieg wieder aufzusteigen», so Trainer Ernst. Allerdings verliert Regio Basel mit den Geschwistern Aline und Stephanie Mathys (zu Spono Nottwil), Sarah Baumgartner (HV Herzogenbuchsee) und der langjährigen Kapitänin Seraina Hochstrasser (Rücktritt) Leistungsträgerinnen, die «nicht einfach zu ersetzen sein werden», so das Trainerduo.

Klubvorstand und die Vereinstechniker werden nun diese Saison, die wegen den beiden europäischen Auftritten gegen Pristina und Bordeaux «der Kasse nicht allzu gut getan hat» (wie es die Verantwortlichen vorsichtig formulierten), genau analysieren. «Doch zuerst wollen wir uns freuen und gemeinsam feiern», so der Tenor bei Trainer und Mannschaft. Denn aus den Lautsprechern tönten der Ohrwurm «Wir feiern die ganze Nacht», der Hip-Hop-Musiker «Frauenarzt» und Manny Marc. In dieser Art gestaltete sich für die Regio-Handballerinnen das wohl verdiente Pflichtprogramm ab 21 Uhr.