Murphys Gesetz heisst in der bekannten Form: «Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.» Würde der ehemalige Ingenieur und Captain der US-Air-Force, Edward A. Murphy, recht behalten, wird es ab dem 15.Dezember pausenlos schneien und regnen und zum Saisonende stünde für den EHC Zunzgen-Sissach der Abstieg in die 2.Liga fest.

Allein, so weit soll es nicht kommen. Als vor rund einem Monat die Kunsteisbahn in Sissach geschlossen werden musste, weil das Holzdach unter Last einzustürzen droht, standen in dem Moment ZS, der EHC Lausen und der Curlingclub Sissach unvermittelt ohne Trainings- und Spielmöglichkeiten da. Am härtesten betroffen war definitiv Zunzgen-Sissach. Der Erstligist ist mit sechs Juniorenteams (104 Aktive) und zwei Aktivmannschaften (70 Spieler) der grösste und erfolgreichste Eishockeyklub im Kanton Baselland. Dank einem enormen Einsatz der Vereinsverantwortlichen ist es während der letzten Wochen gelungen, den Trainings- und Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Zunzgens TK-Chef Ruedi Müller und der Spielplaner haben zusammen während der letzten 30 Tage 160 Stunden für den Klub gewirbelt. Im Fall von Müller notabene nebst einem Vollpensum als Projektleiter bei einer Medizinalfirma. So hat der EHC Zunzgen-Sissach in Basel, Rheinfelden, Laufen und Olten Trainings- und Match-Eis gefunden. «Bis zum Saisonende wäre es aber nicht möglich gewesen, so weiter zu improvisieren», sagt Müller. Die zwei nächsten Heimspiele der Baselbieter finden nun in Olten (1.12.) und Basel (5.12.) statt. Dann, mit der Heimpartie gegen Lyss am 15.Dezember, will man dann wieder zu Hause spielen und trainieren.

Keine finanzielle Mehrbelastung

Dank eines ausserordentlichen Beitrages von 315 000 Franken aus dem Swisslos Sportfonds Baselland sollte bis zum 15.Dezember auf der Allmend-Wiese direkt vor der Kunsteisbahn ein temporäres, mobiles Eisfeld entstehen. «Die Bagger sind vorgestern aufgefahren und wir sind zuversichtlich, dass der Termin eingehalten werden kann», sagt Müller. Ohne diesen Solidaritäts-Beitrag der Regierung «hätten wir alle Mannschaften aus der Meisterschaft zurückziehen und den Betrieb einstellen müssen.»

So weit wird es ja nun aller Voraussicht nach nicht kommen. Die Zusatzkosten, die ZS durch die höheren Eiskosten in fremden Gefilden und Reisespesen entstehen, werden ebenfalls im Rahmen dieser 315 000 Franken gedeckt. «Insofern wird die ganze Sache unser ordentliches Budget nicht belasten», erklärt Müller. Angesichts dieser besonderen Umstände rücken die sportlichen Ziele des letztjährigen Playoff-Viertelfinalisten vorderhand ins zweite Glied.

Ligaerhalt ist das primäre Ziel

«Schön wäre es natürlich», sagt Müller, «wenn wir uns doch noch für die Playoffs qualifizieren könnten. Aber das dürfte sehr schwierig werden.» Insofern sei das primäre sportliche Ziel des derzeit Tabellen-Vorletzten «der Ligaerhalt.»

Die Umstände bringen es mit sich, dass die ZS-Erstliga-Eishockeyaner zurzeit nur einmal statt dreimal wöchentlich, und dies erst noch viel später als sonst (22.00 bis 23.30), trainieren können. Das Material müssen sie dabei immer noch von a nach b schleppen. So mag die 1:12-Abfuhr im vorletzten Spiel gegen den Leader auf Aufstiegsaspiranten Zuchwil-Regio eine gewisse Auswirkung der herrschenden Nöte gewesen sein.

Kommt hinzu, dass die Baselbieter zusätzlich mit gravierenden Verletzungssorgen kämpfen. Zuletzt standen noch vier Verteidiger und acht Stürmer auf dem Eis. Dilemmata, die dem Spitzen-Amateursport, selbst wenn Langenthal und Basel überbrückungsweise mit Elitejunioren aushelfen, nicht eben dienlich sind. Wenn sich denn TK-Chef Ruedi Müller im Hinblick auf Weihnachten etwas für den EHC Zunzgen-Sissach wünschen dürfte, dann wohl einen milden Winter, damit auf dem mobilen, aber offenen, Eisfeld möglichst viel gespielt und trainiert werden kann. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Halle bis Oktober 2013 wieder bezugsbereit ist. Letzterer Termin ist nicht bekannt.