Die Vorfreude auf die neue Saison ist riesig. Nach sechs Monaten Training ohne wirkliche Ernstkämpfe zählt der Hölsteiner Handbiker Tobias Fankhauser bereits die Minuten bis zum Ostersamstag, wo in Rosenau das erste Saisonrennen auf dem Programm steht. «Ich habe noch mehr trainiert als sonst und versucht, in allen Bereichen einen Zacken zuzulegen», sagt der 24-Jährige.

Zu was die Form reichen wird, bleibt abzuwarten. Denn die Konkurrenz schläft nicht, «aber wie sich meine Gegner genau vorbereiten, weiss ich jeweils nicht.» So wird der Auftakt in Rosenau zu einem idealen Formtest. Das erste Saison-Highlight mit den Besten der Szene folgt mit dem Weltcup in Castiglione am 9. Mai. Weil dem Baselbieter in der Schweiz die Konkurrenten fehlen, misst er sich mit Fahrern aus der H4-Kategorie (Fankhauser fährt H2 mit schwerer Behinderung) – bei denen der Oberkörper nicht gelähmt ist. «So kann ich mich doch irgendwie mit Gegnern messen und meine Form testen», weiss der Olympia-Zweite von London 2012.

Handbiker Tobias Fankhauser spricht über seine Saisonziele

Handbiker Tobias Fankhauser spricht über seine Saisonziele

Rio im Hinterkopf

Der unumstrittene Höhepunkt in dieser Saison wird die WM Ende August in Greenville, in der Nähe von Atlanta sein. Im letzten Jahr holte er sich in Kanada den WM-Bronze-Platz und wurde in seinem Wohnort für diese Leistung feierlich empfangen. «Ein schönes Gefühl für mich, wenn sich die Leute mit mir über diese Erfolge freuen können», sagt Fankhauser. Auch in dieser Saison dürfte eine Medaille ein machbares Ziel sein, der Handbiker peilt in den Prestige-Rennen jeweils einen Platz unter den Top 5 an.

Im Hinterkopf hat der Betriebsökonomie-Student aber bereits die Olympischen Sommerspiele in Rio 2016. «Darauf ist meine ganze Planung ausgelegt». Eine Planung, die er mit seinem Studium in Brugg abstimmen muss. Denn die Semester-Prüfungen sind kein Selbstläufer. Für Fankhauser allein eine Frage der Organisation.

«Ich bin sicher kein 6er-Schüler», sagt er schmunzelnd. Bisher geht der Plan aber bestens auf – es bleibt sogar noch Zeit für weitere Aktivitäten. Seit Kurzem nimmt Fankhauser Fahrstunden und dürfte bald den Führerschein im Sack haben. Wie man auf der Strasse Gas gibt, muss man Fankhauser ja nicht mehr erzählen.