Am 4. Januar feierte Christoph Socin seinen 61. Geburtstag. Wobei Feiern das falsche Wort ist. Zeit dazu fand der Prattler keine. «An meinem Geburtstag war ich gerade mit dem Aufbau des CSI beschäftigt», sagt er, verspricht aber: «Das Fest wird nachgeholt.» Christoph Socin ist vor und während des CSI Basel rund um die Uhr im Einsatz. Und wer sich die Basler Sportagenda anschaut, bemerkt, dass Socin bei ziemlich jedem bedeutenden Anlass die Finger mit im Spiel hat. 25 Jahre war er OK-Präsident des Top-Volley-Turniers.

Schwingfeste, Ruder-Wettkämpfe und Curling-Turniere ergänzen sein Palmares. Das nächste Grossereignis ist die Curling WM der Männer 2016 in Basel. Doch derzeit halten ihn vor allem die Reiter auf Trab. Zum vierten Mal amtet er am CSI als Vizepräsident. «Es ist ein positiver Stress», sagt der Mann, der seit 1996 seine eigene Firma hat und im Verkaufs- und Kommunikationstraining tätig ist.

Die Entwicklung des CSI bewertet Socin positiv. Zum sechsten Mal ging der Anlass nun über die Bühne. Das Budget beträgt mittlerweile 3,5 Millionen Franken, die geschlossene Weltelite ist am Start. Das Turnier hat einen Schnellstart hingelegt, «wenn auch keinen Superschnellstart», wie Socin es formuliert. «Eine Faustregel besagt, dass ein Event acht Jahre braucht, bis er sein Level erreicht hat.» Basel sei bei 97 Prozent angekommen. «Diese 97 Prozent sind harte Arbeit, aber die letzten 3 Prozent sind noch härter», sagt der Vizepräsident des Fünfsterne-Turniers.

Erstmals über 20 000 Zuschauer

Trotz des enttäuschenden Sonntags freuen sich die Veranstalter über die Zuschauerentwicklung. «Wir sind in diesem Jahr endlich auch beim breiten Publikum angekommen», sagt Socin, nachdem man erstmals die 20 000er-Marke überschritten hat. Bei den Reitern und den VIPs genoss man schon vorher grosses Ansehen.

Dennoch ist das Team um OK-Präsident Willy Bürgin dauernd auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten. Gestern fand ein Debriefing mit einem Rundgang durch die Halle statt, wobei alles fotografisch dokumentiert wurde. Vor allem im Foyer und im Ausstellungsbereich sieht Socin Steigerungsbedarf. «Auch da wollen wir den Fünfsterne-Standard erreichen», sagt er.

Dem Umbau der St. Jakobshalle sieht er positiv entgegen. Weil die Renovation in zwei Phasen durchgeführt wird, wird die Durchführung des CSI nicht massgeblich tangiert. «Zu 90 Prozent freue ich mich auf den Umbau, 10 Prozent sind Ungewissheit», sagt Socin, «aber ich nehme gerne Schwierigkeiten in Kauf, wenn wir danach eine bessere, schönere Halle haben.» Vor allem dank des grosszügigeren Foyers erhofft er sich eine Aufwertung.

Mit Longines bis 2018

Finanziell ist die Zukunft des Turniers gesichert. Der Fünfjahres-Vertrag mit Hauptsponsor Longines läuft noch bis 2018. «Und wir schätzen uns natürlichglücklich, dass wir mit Mäzen Thomas Straumann eine Absicherung im Hintergrund haben», sagt Socin.

Das Verhältnis mit den Veranstaltern des CSI Zürich hat sich über die Jahre deutlich entspannt. «Wir fokussieren uns vor allem auf den Sport und sprechen damit auch das Sportpublikum an», sagt Socin. Zürich ist mit seinem Show-Programm anders ausgerichtet. Beide Veranstaltungen haben ihren Platz und können nebeneinander leben.