Volleyball

Nach verkorkster Saison: Sm’Aesch Pfeffingen schaut nach vorne

Sm’Aesch Pfeffingens Stéphanie Bannwart (rechts) kämpfte letzte Saison häufig vergeblich.Keystone

Sm’Aesch Pfeffingens Stéphanie Bannwart (rechts) kämpfte letzte Saison häufig vergeblich.Keystone

Die Baselbieterinnen blicken vor dem letzten Heimspiel auf eine mehr als nur durchwachsene Saison zurück. Mit dem Abgang von Trainerin Jana Surikova und anderen Leistungsträgerinnen steht die Mannschaft vor einem Umbruch.

Die Saison 2012/13 wird ohne Wenn und Aber als die schlechteste seit dem Aufstieg in die Nationalliga A im Jahre 2005 unter Trainer Dani Haussener in die Sm’Aesch-Geschichtsbücher eingehen. Bei der Mannschaftspräsentation von Mitte August war die sportliche Leitung des Birstaler Kombinats bei herrlichem Wetter noch sehr zuversichtlich. Damals wurden die gesteckten Ziele nicht nur mündlich, sondern auch gleich noch schwarz auf weiss präsentiert: das Erreichen des 5. Platzes in der Qualifikationsrunde und damit die Teilnahme an den Playoffs um den Meistertitel.

Dunkle Wolken am Himmel

Auch ein eventueller Einzug in den Cupfinal, bei entsprechendem Losglück, ist ein Wunschziel. Und all dies unter der Berücksichtigung, mit nur drei Ausländerinnen zu agieren und den eigenen Nachwuchs zu fördern. Ein verheissungsvoller Start liess der Hoffnung Raum. Doch schon sehr bald zogen dunkle Wolken am Sm’Aesch-Himmel auf.

Unnötige Niederlagen

Nach tollen Auswärtssiegen bei Franches-Montagnes (3:0) oder Kanti Schaffhausen (3:2), folgten postwendend absolut vermeidbare Heimniederlagen. Die Folge dieser Inkonstanz war das letztlich äusserst knappe Verpassen der Finalrunde und das völlig unnötige Ausscheiden im Cup-Viertelfinale gegen Franches-Montagnes. Danach zeigte die Mannschaft ein ganz anderes Gesicht. Zum Teil penible Niederlagen gegen Gegner, die man in der Qualifikation noch richtiggehend vom Feld gefegt hatte, und immer wieder die gleichen Fehler brachten grosse Unruhe ins Team. Plötzlich war auch Trainerin Jana Surikova ein Thema. Sicher konnten Volleyballexperten ein manchmal etwas unglückliches Coaching ausmachen, aber die wirklichen Gründe lagen anderswo und teilweise offensichtlich auch tiefer.

Zuspiel als Problemzone

Grösste Problemzone war die Zuspielposition. Die beiden 22-jährigen Stéphanie Bannwart und Dominica Jarotta sind zwar sehr talentiert, doch fehlte es ihnen in den entscheidenden Phasen an Abgeklärtheit und der nötigen Konstanz. Auch die Kanadierin Nadine Alphonse hatte zwar gute Phasen, doch für die Besetzung einer Ausländerposition einfach doch zu wenig. Ihre Zukunft liegt kaum bei Sm’Aesch. Ebenso wenig wie diejenige von Passeuse Bannwart, welche aus beruflichen Gründen in Richtung Graubünden wegzieht.

Auch Frankova vor dem Absprung

Gut möglich, dass künftig am Pass eine Ausländerin verpflichtet wird. Mittelangreiferin Kerley Becker gehört schon fast zur «Familie». Ob aber Routinier Sandra Senn noch ein Jahr anhängt, scheint aus beruflichen Gründen doch sehr fraglich. Weil auch Chefcoach Surikova den Verein verlassen wird, ist der Verbleib ihrer Landsfrau und Freundin Martina Frankova eher unwahrscheinlich. Der Sm’Aesch-Präsident Werner Schmid, der gleichzeitig auch Teamchef ist, wird also an vielen Fronten gefordert: «In Sachen Trainer haben mir leider zwei Wunschkandidaten einen Korb gegeben.»

Der langjährige Neuchâtel-UC-Trainer Philippe Schütz will vermehrt im Journalismus tätig sein. Der in der NLB mit dem FC Luzern sehr erfolgreiche Markus Egger möchte seinen Zweijahresvertrag bei den Innerschweizerinnen gerne erfüllen.» Aber wer den unermüdlichen Garagisten kennt, weiss, dass bis zum Saisonbeginn 2013/14 wieder eine konkurrenzfähige, gute Mannschaft auf dem Platz stehen wird, welche mit dem Heimspiel gegen Volley Toggenburg (Samstag, 19 Uhr, Lährenacker, Gratiseintritt) die endende Meisterschaft schnell vergessen machen kann.

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