Die Atmosphäre mit gerade mal 100 Zuschauern war trist – passend zum Auftritt des RTV. Die Basler machten praktisch während der gesamten ersten Halbzeit einen unmotivierten Eindruck und waren in dieser Verfassung gegen den entschlossen und konzentriert auftretenden Gegner bald überfordert und auf verlorenem Posten. Pfadi Winterthur, derzeit auf Platz drei der NLA-Tabelle, führte rasch 3:0 und nach zehn Minuten sogar 7:1. Die Partie war eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt so gut wie entschieden.

Wer auf eine Reaktion des RTV hoffte, sah sich getäuscht. Das muntere «Budenschiessen» gegen die Basler ging weiter. Nach 20 Minuten führte Pfadi 14:5, nach 27 Minuten sogar 20:7 und zur Pause 21:10. 31 Tore in einer Halbzeit tönt nach attraktiver Handballkost – allerdings nicht, wenn die Treffer derart ungleich verteilt sind.

Mehr Trainingsspiel als Cup

Die zweite Halbzeit war für die Zürcher lediglich noch ein Trainingsspiel gegen einen Gegner, der nun zwar etwas besser agierte, aber Pfadi nie gefährlich werden konnte. Der RTV vermochte in keiner Phase an die starken Leistungen in den letzten Heimspielen gegen Kriens-Luzern (26:23) sowie gegen den gleichen Gegner wie gestern (29:29) anzuknüpfen. Dies nur mit den verletzungsbedingten Absenzen von Topskorer Sigurbergur Sveinsson und Abwehrchef und Stamm-Kreisläufer Mark Kuppelwieser (Schulterverletzung) zu erklären, wäre eine Spur zu einfach.

Für die sehr seltenen Lichtblicke aus RTV-Sicht sorgten gestern Abend einzig der nach seinem Zehenbruch wieder genesene Nationaltorhüter Pascal Stauber mit zahlreichen guten Paraden sowie der mehrmals erfrischend auftretende 18-jährige Präsidenten-Sohn Yannick Ebi.

Die Realturner sind gut beraten, den Blick nach vorne zu richten. Nach dem Ausscheiden aus dem Cup kann sich Basel nun voll auf die bevorstehenden, wichtigen Aufgaben in der Meisterschaft konzentrieren. Vor Weihnachten trifft der RTV dort auf Teams in seiner Reichweite, welche im Hinblick auf die drohende Abstiegsrunde wenn immer möglich besiegt werden sollten. Übermorgen Samstag (18.00 Uhr, Rankhof Basel) steht das Heimspiel gegen Stäfa auf dem Programm, am nächsten Mittwoch dann die heikle Auswärtspartie beim aktuellen Zweitletzten HSC Suhr Aarau. Für Spannung ist also gesorgt.