1. Super League, Zwei-Klassen-Liga

Zwölf Punkte. So viel trennt den FC Basel nicht von der Liga-Spitze und damit von YB, sondern vom Liga-Keller und damit von Xamax. Auf die Berner hat der FCB hingegen bereits 16 Punkte Rückstand. Brutale Zahlen nach 15 gespielten Runden. Es macht aber auch deutlich, dass die Liga näher zusammengerückt ist – zumindest von Platz zwei bis Platz zehn. Die Ränge zwei bis und mit fünf bewegen sich innert fünf Punkten, ebenso die Tabellenplätze sechs bis zehn. Ein Spieltag reicht, um das ganze Tabellenbild durchzuwirbeln. Luzern-Spieler Christian Schneuwly fasste diese Tatsache mit den Worten «jeder kann jeden schlagen in dieser Liga – ausser YB» zusammen. Das habe spätestens das Spiel des FCB in Thun gezeigt, wo die Basler gut gespielt hätten und am Ende als Verlierer mit 2:4 vom Platz gingen

2. Ungenügendes macht zufrieden

Die Moral habe gestimmt. Ebenfalls die Leidenschaft. Von einem Mangel an Ideen müsse man nicht reden, nur von einer schlechten Effizienz. So beschrieb Eray Cömert nach Abpfiff das Spiel. Und Taulant Xhaka sprach gar davon, dass der FC Basel einen guten Auftritt gezeigt hatte. Nur: Die Basler Spieler stehen mit dieser Ansicht ziemlich alleine da. Vielmehr war das, was der FC Basel in Luzern gezeigt hat, uninspiriert, unkreativ, zu wenig konkret, phasenweise wirr, mit zu wenig Zug nach vorne und nur damit gut zu reden, dass man Emotionen gezeigt hat. Davon vielleicht eher etwas zu viel. Wer nach der 22. Minute nie mehr auf das Tor schiesst bis zur 95. Minute, der kann nicht von mangelnder Effizienz sprechen. Effizienz würde implizieren, dass überhaupt Bälle aufs Tor geflogen sind. Dem war jedoch nicht so. Doch noch schockierender als die nicht vorhandene Gefahr im Spiel der Basler – trotz phasenweise 75 Prozent Ballbesitz – ist, dass man sich mit einer solchen Leistung begnügt und sich am Ende freut, einen Punkt zu haben. 

3. Trainerwechsel-Effekt ist endgültig verpufft

Unbestritten: Nach der Übernahme von Marcel Koller schien der FCB wieder Aufwind zu haben. Plötzlich gewann man wieder Spiele. Sechs an der Zahl. Plötzlich schien man wieder an sich zu glauben, schien man wieder etwas auszustrahlen. Doch als der erste Effekt des Trainerwechsels verpufft war, kamen auch schnell wieder Zweifel auf. Und sie sind bis jetzt nicht mehr weggegangen. Weder aus den Köpfen der Spieler noch in der öffentlichen Wahrnehmung. Koller mahnt zwar immer, dass er Zeit brauche. Dazu hat er ein absolutes Recht. Nur: nach fast vier Monaten im Amt hat er trotzdem zu wenig bewirkt. Die Mannschaft stagniert. Eine klare Handschrift ist noch immer nicht zu erkennen. Als die Resultate stimmten, war dies sekundär. In Zeiten wie jetzt, wo dem nicht der Fall ist, fallen solche Dinge ins Gewicht. Koller hat noch nicht herausgefunden, was dieser Mannschaft am besten tut und wie sie das Beste aus sich heraus holt. Ausgerechnet in dieser Phase der erneuten Verunsicherung und der Feststellung, dass der Effekt des Trainertauschs effektiv und endgültig verpufft ist, muss das Spitzenspiel gegen YB vorbereitet werden.