Mountainbike
Nathalie Schneitter ist auf der Jagd nach der Olympialimite

Die Solothurnerin Nathalie Schneitter wohnt in Basel und kämpft wie Katrin Leumann um die Qualifikation für London. Schneitter nahm 2008 in Peking teil, 2010 gewann sie einen Weltcup und im letzten Jahr war sie die beste Schweizerin an der Heim-WM.

Patrick Pensa
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Bei den zwei bisherigen Weltcups (hier in Houffalize) konnte Nathalie Schneitter die Olympianorm noch nicht erfüllen.

Bei den zwei bisherigen Weltcups (hier in Houffalize) konnte Nathalie Schneitter die Olympianorm noch nicht erfüllen.

Marius Maasewerd

Zwei von vier massgebenden Weltcups sind bereits Geschichte. Der Auftakt in Südafrika und das Rennen in Belgien. Noch zwei Chancen bleiben den Schweizer Mountainbikern, sich für die Olympischen Spiele zu empfehlen. Wer als eine von zwei Frauen nach London will, muss einmal in die Top acht fahren.

Die Aargauerin Esther Süss wurde überraschend Vierte beim Saisonauftakt, währenddessen die Solothurnerin Nathalie Schneitter, die WM-Fünfte vom letzten Jahr, und die Riehenerin Katrin Leumann, Europameisterin 2010, noch um die Norm kämpfen. Am 13.Mai macht der Weltcup Halt im tschechischen Nove Mesto, eine Woche später in Frankreich. Danach herrscht Klarheit. Wahrscheinlich.

2010 Weltcupgewinn

Ganz so klar sei die Sache nicht, sagt Nathalie Schneitter, als ich sie in der Nähe der Uni treffe. Das Reglement schreibe eine Top-acht-Platzierung vor. Dass ein vierter Rang mehr als ein Siebter zähle, stehe nirgends. Zudem kann es auch sein, dass der Verband und Swiss Olympic einen achten Platz Mitte Mai mehr gewichten als eine Top-Platzierung beim Auftakt im März.

Die 25-Jährige, die 2008 in Peking teilnahm, 2010 einen Weltcup gewann und im letzten Jahr die beste Schweizerin an der Heim-Weltmeisterschaft war, will die Olympia-Chance nutzen, auch wenn sie die Jüngste von dem Trio ist. «Wenn ich es in diesem Jahr nicht packe, ist dies bestimmt nicht mein Karriereende. Aber ich weiss ja auch nicht, was in vier Jahren ist. Was, wenn ich mich verletze? London ist und bleibt mein grosses Ziel.»

Schlechter Startplatz in Houffalize

Währenddessen sie beim Auftakt im südafrikanischen Pietermaritzburg schlicht einen schlechten Tag erwischte (29.Rang), hätte dies auch Auswirkungen auf das zweite Rennen in Houffalize gehabt. Wegen des schwachen Resultats sei sie bis in die vierte Startreihe gerutscht. Beinahe unmöglich bei der aktuellen Dichte, sich nach vorne zu kämpfen (16.Rang). «Man spürt, dass wir im Olympiajahr sind. Das Niveau ist enorm gestiegen. Die Zeitabstände vom ersten zum 30.Platz sind ungefähr so gross wie früher von der ersten zur zehnten Fahrerin», erklärt Schneitter, die im Moment versucht, mit Strassenrennen etwas an Spritzigkeit zu gewinnen.

Bike Days Solotothurn

Dieses Wochenende steht zudem ihr Heimrennen, die Bike Days Solothurn, an. Wieder sind einige der besten Fahrerinnen Europas am Start. Im letzten Jahr gewann die Lommiswilerin das Sprintrennen am Freitag und wurde am Samstag Zweite. So ist auch in diesem Jahr das Podest das Ziel. «Die Bike Days sind sehr wichtig für mich», sagt sie. Das Heimrennen wäre ein grosses Fest. Der ganze Fanclub sei vor Ort und nach dem Rennen gäbe es einen grossen Apéro. Auch ihr italienisches Team sei komplett am Start.

Trainiert in Basel

Nach dem Weltcup in Belgien nutzte Schneitter, die, obwohl sie ihr Studium für das Olympiajahr unterbrochen hat, mittlerweile hauptsächlich in Basel wohnt und trainiert, die Möglichkeit, die Olympia-Strecke zu testen. «Der Kurs ist super, technische Passagen und kurze Anstiege, die man mit viel Power fahren kann», erzählt sie begeistert. Allerdings hat die 25-Jährige bei einem Sprung ein Hinterrad zerlegt. «Ich bin nicht über die Grube gekommen und genau auf der Kante gelandet.»

40000 Fans an der Strecke

Auf die kommenden Weltcups freut sie sich. In Tschechien seien die Fans unglaublich, «im letzten Jahr waren 40000 an der Strecke». In La Bresse wird dann der eigene Fanclub für lautstarke Unterstützung sorgen. «Wer weiss, vielleicht kann ich dank ihnen das letzte Prozent Kraft mobilisieren, das es für die Olympia-Quali braucht.»