Im Mai 2014 wagte Fabienne Bangerter den Schritt in die deutsche Bundesliga. Für die 23-jährige Nationalspielerin ging beim SC Freiburg der Traum vom Profifussball in Erfüllung. Trotz Zweijahresvertrag spielt Bangerter mittlerweile wieder beim FC Basel, bei dem sie schon zwischen 2011 und 2014 unter Vertrag stand und in 47 Spielen 18 Tore erzielt hatte. Die Mittelfeldspielerin mit Tordrang opferte den Traum von der Bundesliga, um einen anderen Traum nicht zu gefährden: die Teilnahme an der Fussball-WM in Kanada.

Freiburgs Wunschtransfer

Als Bangerter zum SC Freiburg wechselte, sprach ihr neuer Trainer Dietmar Sehrig von einem Wunschtransfer. Doch die junge Frau aus Suhr erhielt weniger Spielzeit als erwartet. Sechs Einsätze absolvierte sie in der Vorrunde. «Ich bekam nicht die Spielpraxis, die ich mir wünschte», sagt Bangerter, «ich stagnierte in Freiburg.» Als sie in der Winterpause den Wunsch äusserte, nach Basel zurückzukehren, signalisierte der Verein, dass man sie gerne behalten würde. Doch am Ende legten die Freiburger der Schweizerin keine Steine in den Weg.

«In der Bundesliga herrscht ein höheres, athletischeres Niveau», sagt Bangerter. Um sich daran zu gewöhnen, hätte sie Zeit benötigt. Doch diese Zeit hat sie nicht. Am 6. Juni beginnt in Kanada die Fussball-WM der Frauen. Erstmals hat sich die Schweiz für die Endrunde qualifiziert. Und Bangerter braucht Spielpraxis, um sich für das Nationalkader zu empfehlen. Das sieht auch Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg so. «Fabienne ist der Typ Spielerin, die Spielpraxis und Einsatzzeit benötigt, um sich weiterzuentwickeln», sagt sie, «aus meiner Sicht ist der Wechsel zurück nach Basel für sie kein Rückschritt. Sie zeigt damit auch, dass sie unbedingt um ihre Chance für das WM-Kader kämpfen will.»

Eine andere Mentalität

Den Abstecher nach Deutschland bereut Fabienne Bangerter keineswegs. «Es war eine wertvolle Erfahrung», sagt sie. Die Mentalität sei eine ganz andere, viel professionellere gewesen. Der Fokus galt ganz dem Fussball. In Deutschland konnte sie vom Fussball leben. Beim FC Basel verdient sie zwar auch Geld, doch zum Leben reicht es nicht. Bangerter wohnt wieder zu Hause bei ihren Eltern und absolviert ein Jura-Fernstudium. Einen erneuten Wechsel ins Ausland will Bangerter indes nicht ausschliessen.

Doch zunächst warten ereignisreiche Wochen und Monate auf sie. Am Samstag (17 Uhr) empfangen Basels Frauen im NLA-Spitzenspiel den Serienmeister FC Zürich. Eine Woche später ist im Cup-Halbfinal Neunkirch zu Gast. Und dann, am 8. Juni 2015, startet die Schweiz gegen Titelverteidiger Japan ins WM-Abenteuer. Wenn sich ihr Traum erfüllt, ist auch Fabienne Bangerter in Vancouver mit dabei.