Behindertensport
National Summer Games: Medaillen, Spass und viel Prominenz

An den National Summer Games kämpften acht Basler Sportgruppen um die Podestplätze. Simon Ammann, Giulia Steingruber und Matthias Sempach verteilten die Medaillen, und Ueli Maurer hielt eine kurze Ansprache.

Chantal Fimian
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Ueli Maurer kennt keine Berühurungsängste.

Ueli Maurer kennt keine Berühurungsängste.

KEYSTONE

Man stelle sich vor: Eingefleischte FC-Basel-Anhänger bejubeln Tore des Erzrivalen FC Zürich oder der ex-FCB-Trainer Murat Yakin spielt auf dem Feld selber mit, um seinen Schützlingen zu zeigen, wie sie sich in welcher Situation zu verhalten haben – im Profifussball unvorstellbar. An den diesjährigen National Summer Games in Bern waren solche Szenen gang und gäbe. Trotzdem hinkten die teilnehmenden geistig behinderten Sportlerinnen und Sportler in Sachen Emotionen den Profis in keiner Weise hinterher, im Gegenteil: Es wurde gejubelt, gekämpft, geflucht aber auch viel gelacht.

Ambitionierte Teilnehmer

«Ich freue mich, dass ich neue Kollegen und Kolleginnen kennen lernen kann. Das Wetter ist wunderbar und die Games sind gut organisiert», sagt Fussballer Atalay vom Team des Bürgerspitals Basel. Ganz ohne Ambitionen war er aber nicht nach Bern gereist. «Wir wollen gewinnen. Der Trainer lässt mich aber nur in der Verteidigung spielen, obwohl ich Stürmer bin», fügt er mit einem breiten Lachen an. Auch FCB-Fan René vom Basler PLUSport Fussballteam will gewinnen. «Wir wollen Erster werden, aber auch der Spass soll nicht zu kurz kommen.»

Vom Spielfeldrand unterstützt werden die Basler Kicker von der PLUSport Leichtathletikgruppe, die erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Wettkampfgeschehen eingriff. Markus, Jean-Pierre, Gabriel und Thomas sind bereits alte Hasen, was die National Games anbelangt. Bereits mehrfach durften sie sich eine Medaille umhängen lassen. Entsprechend erfahren sind die Athleten. «Wohlen ist unser stärkster Rivale. Sie haben sich gesteigert, weil sie mehrmals trainieren konnten. Wir haben erst vor wenigen Wochen damit begonnen», so der Tenor.

Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann (links) verteilt sichtlich begeistert Autogramme.
6 Bilder
Schwingerkoenig Matthias Sempach mit Athleten von Procap Zug.
Kunstturnerin Giulia Steingruber (links) und Beach Volleyball-Spielerin Nadine Zumkehr (rechts) posieren mit Fans und Teilnehmern.
Auch Ex-Fussball-Nationalgoalie Joerg Stiel (links) liess sich ein Schwätzchen mit den Teilnehmern nicht entgehen.
Ohne Berührungsängste: Ex-Miss Christa Rigozzi.
Alle sind zufrieden: Simon Ammann verteilt fleissig Autogramme.

Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann (links) verteilt sichtlich begeistert Autogramme.

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Ueli Maurer ohne Berührungsängste

Insgesamt kämpften am Wochenende acht Basler Sportgruppen in 13 Sommersportarten um die begehrten Medaillen. In verschiedenen Stärkeklassen, in welche die Athleten nach dem «Divisioning» am Freitag eingeteilt wurden, gingen insgesamt 1500 Sportlerinnen und Sportler an den Start. Welchen Stellenwert diese Special Olympics haben, zeigte sich auch anhand des Prominentenauflaufes: Beachvolleyballerin Nadine Zumkehr, Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann, Kunstturn-Star Giulia Steingruber, Schwingerkönig Matthias Sempach und viele mehr wohnten den Special Olympics bei und übergaben an den Siegerehrungen die Medaillen. Eine grosse Sache für die Athleten, welche ihre Idole hautnah kennen lernen durften.

Auch Bundesrat Ueli Maurer zeigte im Gespräch mit den Teilnehmenden keine Berührungsängste und liess es sich nicht nehmen, bei der stimmigen Eröffnungsfeier auf dem Bundesplatz einige Worte an die Sportlerinnen und Sportler zu richten. Für einmal stehen sie im Zentrum und erfahren durch ihre sportlichen Leistungen Wertschätzung, Akzeptanz und Anerkennung.