Faustball

National-Trainer Dieter Back malt sich die WM-Chancen selbst aus

Dieter Back ist selbstständiger Maler im eigenen Betrieb.

Dieter Back ist selbstständiger Maler im eigenen Betrieb.

Dieter Back ist Trainer des erfolgreichen Schweizer Frauen-Nationalteams. Für die WM im kommenden August peilt der Maler mit seiner Mannschaft eine Medaille an.

Europameister, EM-Dritter und WM-Vierter mit den Schweizer Frauen. Dies sind die Erfolge im Palmares des Baslers Dieter Back. Seit rund acht Jahren betreut er die Faustball-Frauenauswahl – seit dieser Saison gar als Cheftrainer. Momentan befinden sich die Eidgenossinnen in der Vorbereitung zur Faustball-Weltmeisterschaft, welche im August stattfindet. Mehrere Trainings, Turniere sowie ein kurzes Trainingslager in Magglingen wird die Frauen-Nati durchführen, bevor sie nach Dresden fliegt. Dabei spielen die Frauen die Vorbereitungsturniere bei den Männern (1./2. Liga), da sie dort mehr gefordert werden. Nach dem Verpassen des Podestplatzes vor vier Jahren in Chile, soll nun endlich eine WM-Medaille her. «Wir sind momentan die Nummer 4 der Welt. Uns fehlt es im Vergleich zu anderen Nationen an der Kaderbreite, Athletik und Kraft. Diesen Nachteil kann man minimieren, aber in der Schweiz ist man sehr schnell mit sich zufrieden, da die Konkurrenz fehlt. Andere Länder sind auch bezüglich Staff und Sponsorengelder besser aufgestellt», sagt Dieter Back und fügt hinzu, «wir wollen aber eine Medaille holen, das ist das Ziel.»

Mehr Aufwand als gedacht

Faustball gehört in der Schweiz noch immer zu den Randsportarten. So erstaunt es nicht, dass die Spielerinnen einen Selbstbeitrag von 200 Franken für die WM bezahlen müssen. An eine professionelle Liga ist nicht zu denken – auch für Dieter Back. Der 52-Jährige arbeitet selbstständig als Maler in seinem eigenen Betrieb. «Das erleichtert natürlich vieles. Ich kann mir meine Zeit selber einteilen. Das brauche ich auch, da der administrative Aufwand seit der Beförderung zum Cheftrainer deutlich zugenommen hat. Alle wollen plötzlich etwas von einem – das habe ich etwas unterschätzt», erklärt der Kleinbasler. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass er für eine Frauen-Mannschaft verantwortlich ist. «Frauen benötigen mehr Einzelgespräche, wollen viel wissen und gefordert werden. Man muss viel erklären. Aber sie geben einem viel zurück und sind dankbar», so Back, der, wie er selbst sagt, zuerst lernen musste, mit dieser Situation umzugehen. Ein Männer-Team hat Back noch nie trainiert, dafür aktiv gespielt. Im Turnverein Kleinhüningen (1. Liga) hat er die Sportart für sich entdeckt. Später schlug er bei Binningen den Gegnern die Bälle um die Ohren. In der Nationalliga A feierte der 52-Jährige zwei Mal den Schweizer Meistertitel und einmal den Cup-Sieg. Für die Nationalmannschaft reichte es ihm als aktiver Spieler nie. Den Weg zur Landesauswahl hat Back trotzdem gefunden, obwohl die Region Basel kein einziges Nationalliga-Team stellt: «Wir sind eine grosse Familie. Man sieht sich an den Turnieren und durch meinen Vorgänger Stephan Jundt bin ich in dieses Amt reingerutscht, auch ohne spezifische Trainerausbildung.»

Back wird Amt ablegen

Nach der Weltmeisterschaft im August wird Dieter Back sein Traineramt ablegen und sich vermehrt selber sportlich im Senioren-Faustball betätigen. Egal wie die Schweizerinnen abschneiden, der Entschluss steht fest: «Wenn wir Weltmeister werden, dann muss ich auf dem Höhepunkt aufhören. Werden wir nur Fünfter, dann ist es Zeit für neue Impulse.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1