Mountainbike
Neff und Näf powern sich in Muttenz zum Sieg

Beim BMC Racing Cup in Muttenz gewann wenig überraschend Jolanda Neff. Die Dominatorin des Events fuhr einmal mehr allen davon. Bei den Männern setzte sich Ralph Näf durch, Moritz Milatz wurde Gesamtsieger.

Hans Peter Schläfli
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Alleine auf weiter Flur: Jolanda Neff fuhr ein einsames Rennen.

Alleine auf weiter Flur: Jolanda Neff fuhr ein einsames Rennen.

Hans Peter Schläfli

Die Ausgangslage vor dem entscheidenden Rennen auf dem Muttenzer Schänzli war klar: Moritz Milatz, Europameister 2012, oder Mathias Flückiger, Weltmeister U23 2010 – wer von den beiden als Erster ins Ziel kommt, wird Gesamtsieger des diesjährigen BMC Racing Cups. «Ich will meinem kleinen Bruder keine Steine in den Weg legen», sagte Lukas Flückiger vor dem Start, aber dann kam es trotzdem ganz anders. Mathias Flückiger startet nämlich für Stöckli, während der grosse Bruder für BMC fährt, also dasselbe Team wie der spätere Sieger Ralph Näph.

Dort, wo sonst Pferderennen durchgeführt werden, zeigte sich: Kettenöl ist sogar dicker als Oberaargauer Bruderblut. BMC dominierte die Spitzengruppe vom ersten Meter des Rennens an. Ralph Näf bolzte Tempo für Moritz Milatz, Lukas Flückiger hielt ausgezeichnet mit. Erst dahinter folgten mit Mathias Flückiger und Matthias Stirnemann die Stöckli-Fahrer.

«Ich habe mich etwas müde gefühlt von der Nordamerika-Reise. Eigentlich müsste ich schon Form haben, aber ich habe den Anschluss ausgerechnet im Aufstieg verloren, wo eigentlich meine Stärke liegt», erklärte Mathias Flückiger am Ende des Rennens. Sein Bruder durfte ihm natürlich nicht helfen. Etwa ab der Hälfte des Rennens, als die Entscheidung schon gefallen war, nahm auch Lukas Flückiger seine Chance wahr. Am Ende siegte im Sprint verdient Ralph Näf, der am meisten geleistet hatte, vor Lukas Flückiger. Moritz Milatz sicherte sich als Dritter souverän den Gesamtsieg. Der Aargauer Matthias Stirnemann, der sich für seinen Stöckli-Teamkollegen zerrissen hatte, fuhr als Vierter über die Ziellinie, Mathias Flückiger wurde Tagesfünfter und Gesamtzweiter.

Neff eine Klasse für sich

Bei den Frauen sah das Rennen ganz anders aus. Jolanda Neff dominierte nach Belieben und die erst 21-jährige Ostschweizerin, bereits Gewinnerin des Gesamtweltcups bei der Elite, war auch in Muttenz wieder einmal eine Klasse für sich. Mit satten fünf Minuten Abstand folgte eine Dreiergruppe, zu der auch die Lokalmatadorin Katrin Leumann gehörte. «Auf der letzten Runde wollte ich als Erste auf den Weg an der Birs entlang einbiegen», erklärte im Ziel die routinierte Bikerin, ihres Zeichens Europameisterin von 2010 aus Riehen. «Ich hatte Angst, dass mir die beiden anderen sonst davonfahren, aber auf dem Uferweg kann man zum Glück nicht überholen.» So fiel die Entscheidung im Sprint, und da zeigte sich, dass Linda Indergand am meisten Reserven freimachen konnte. Katrin Leumann hielt aber wenigstens die Norwegerin Gunn-Rita Dahle in Schach und freute sich über ihren dritten Schlussrang wie über einen Sieg. «Ich habe schwierige Wochen hinter mir mit den Atemproblemen, von denen wir nicht wussten, woher sie kommen, und dann dem schweren Sturz in Kanada. Mein ganzer Rücken war verschoben und blockiert. Deshalb bin ich jetzt so froh, dass wieder alles in Ordnung ist und meine Form zurückkommt.» Nun hofft Katrin Leumann auf einem Top-Ten-Platz beim Weltcup-Final und dann folgen im September ja auch noch die Weltmeisterschaften.