Badminton
«Netzkönigin und die Trickreiche»: Frauendoppel verliert knapp

Sanya Herzig und Marion Gruber unterlagen der Weltnummer 14 im Doppel nur knapp. Die beiden Baselbieterinnen zeigten eine gute Leistung, schieden dennoch in der ersten Runde des Swiss Open aus.

Andreas Fretz
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Marion Gruber (l.) die Trickreiche und Sanya Herzig, die Netzkönigin bei ihrem Erstrundeneinsatz in der St. Jakobshalle

Marion Gruber (l.) die Trickreiche und Sanya Herzig, die Netzkönigin bei ihrem Erstrundeneinsatz in der St. Jakobshalle

Zur Verfügung gestellt

«Das war sehr knapp», sagte der südkoreanische Trainer, der von Sanya Herzig und Marion Gruber schlicht «Mr. Kim» genannt wird. «Mit etwas mehr Erfahrung», fuhr Mr. Kim fort, «wäre die Sensation möglich gewesen.» Herzig und Gruber unterlagen im Frauendoppel der Weltnummer 14 in zwei Sätzen. 22:20 und 21:18 siegten die Deutschen Sandra Marinello und Birgit Michels gegen die beiden Baselbieterinnen. Damit erreichten Marinello/Michels (die Nummer 6 des Turniers) die zweite Runde der Swiss Open in Basel.

In der Schweizer Badminton-Szene werden Herzig und Gruber die Netzkönigin und die Trickreiche genannt. Und die Netzkönigin und die Trickreiche verlangten ihren Gegnerinnen alles ab, hatten im ersten Durchgang sogar drei Satzbälle. «Am Ende des Satzes haben wir zu zittern begonnen», sagte Gruber. Vielleicht lag es an der fehlenden Erfahrung, die ihr Trainer angesprochen hatte.

«Wir spielten sehr konzentriert»

Doch zu Beginn des Spiels zitterten nur die Deutschen. 13:4 und 17:11 lagen die Schweizerinnen, die in der Weltrangliste auf Position 133 stehen, in Führung. «Ich habe von den Gegnerinnen ein höheres Tempo erwartet», sagte Gruber. Die Lokalmatadorinnen, die früher gemeinsam für Uni Basel spielten, begingen kaum Fehler. «Wir spielten sehr konzentriert», sagte Herzig, «und womöglich haben sie uns etwas unterschätzt.»

Spätestens im zweiten Satz war davon aber nichts mehr zu spüren. Das deutsche Paar zog schnell auf 6:3 davon. Doch wer dachte, Herzig und Gruber würden nun untergehen, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Sie kämpften sich wieder heran und gingen noch einmal mit 13:12 in Führung. Doch am Ende hatten erneut die Favoritinnen die besseren Nerven.

Einsatz hat sich gelohnt

Für Herzig und Gruber hat sich der Einsatz trotz Niederlage gelohnt. Nicht viele Schweizer schafften es in Basel ins Haupttableau. «Es war ein befriedigendes Erlebnis», sagte die 23-jährige Herzig, deren Freund Christian Bösiger, der bestklassierte Schweizer, bereits tags zuvor die Segel streichen musste. «Dieser Auftritt gibt uns Selbstvertrauen», sagte die zwei Jahre ältere Gruber, «wir sind auf dem richtigen Weg und glauben an unsere Fähigkeiten.» Das Ziel des Duos ist die WM-Qualifikation.

Nach dem Spiel wurden die Doppelspezialistinnen von Dutzenden Autogrammjägern belagert. «Das passiert uns nur am Swiss Open», sagte Gruber mit einem Lachen. Die Studentin will nun die Zeit nutzen, um den Rest des Turniers von der Tribüne aus zu verfolgen. Sanya Herzig wird in den nächsten Tagen am Stand ihres Sponsors Yonex anzutreffen sein.