American Football
Neuauflage des Swiss Bowl: Gladiatoren stellen sich wieder der Übermacht

Die Gladiators beider Basel gewinnen den Halbfinal gegen die Bern Grizzlies überlegen mit 34:6 und stehen damit in der Swiss Bowl. Dort treffen sie auf die Calanda Broncos – bereits zum dritten Mal in Serie.

Patrick Pensa
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American Football Gladiators
7 Bilder
Raphael Roussis wird von seinem Gegenspieler zurückgehalten
Entwischt: Nick Wanner ist zu schnell für die Berner
Yannik Haller setzt sich durch
Zuri Nance (links) im Luftduell mit seinem Gegenspieler
Pass von Quarterback Nick Wanner
Gladiators-Trainer Dwaine Wood enervierte sich über die Schiedsrichterleistung

American Football Gladiators

Juri Junkov

Eurobowl-Sieger 2012, Schweizer Meister 2009, 2010, 2011, 2012, ungeschlagener Qualifikationssieger 2013. Die Liste der jüngsten Erfolge der Calanda Broncos ist eindrücklich.

Die Bündner sind das Mass der Dinge im Schweizer American Football. Wenig überraschend daher der Triumph im Playoff-Halbfinal.

Mit 54:7 wurden die Winterthur Warriors am Samstag vom Platz gefegt. Entsprechend entspannt konnten die Broncos ihren Sonntag verbringen und abwarten, wer sich ihnen in der Swiss Bowl am 13. Juli in Grenchen wohl in den Weg stellen würde: die Berner Grizzlies oder wie in den Jahren zuvor die Gladiators beider Basel?

Die Meisterschaftspartien zwischen Gladiatoren und Bären waren eng. 15:10 und 26:20 gewannen die Basler. Im Gegensatz zu Playoff-Halbfinal eins mit Broncos und Warriors, durfte im Leichtathletikstadion St. Jakob also ein spannendes Duell zwischen dem Qualifikationszweiten und -dritten erwartet werden.

Die Hausherren starteten konzentriert. Ihre Defense schenkte den Bernern keinen Zentimeter. Ein ums andere Mal scheiterten die Gäste an der gut organisierten Basler Verteidigung.

Und auch die heimische Offense war in Spiellaune. Der erste Touchdown zählte wegen eines Fouls noch nicht, wenig später erschienen aber die ersten sechs Punkte auf der Anzeigetafel.

Import-Quarterback Nick Wanner schickte Cory Stollmeyer in Richtung Endzone. Zusammen mit dem anschliessenden Fieldgoal stand es nach einem Viertel 7:0 für das Heimteam.

Die Gladiators wirkten präsenter, die Berner überfordert. «Wir haben Katz und Maus mit ihnen gespielt, einige neue Spielvariationen gebracht. Die gegnerischen Coaches waren nur noch am Reagieren», sagte Basel-Trainer Dwaine Wood nach dem Spiel zu seiner Taktik.

Der Plan ging auf, immer wieder konnten Basler angespielt werden. Einer davon Receiver Yannik Haller, der unheimlich schnell auf den Beinen war und zu Touchdown Nummer zwei eilte.

Wood meinte nur: «He’s a beast.» Nach einem weiteren Touchdown und einem Fieldgoal ging es mit 20:0 in die Pause. Die Partie war eigentlich bereits gelaufen.

In der zweiten Hälfte sahen die 250 Zuschauer ein ausgeglicheneres Spiel, aber auch nach den ersten sechs Punkten der Berner gab es keinen Zweifel am Sieger. 34:6 lautete der Endstand. Damit heisst der Playoff-Final einmal mehr Broncos gegen Gladiators. Mit vorhersehbarem Ausgang?

Die Basler sind klarer Aussenseiter, aber da die Broncos nach dem Rückzug ihres Mäzens mit einem kleineren Budget operieren müssen als in den Vorjahren, ist der Unterschied etwas geschrumpft.

Wood schätzt, dass die Bündner ihr Ausländerkontingent von 25 auf 15 Mann reduzieren mussten (Die Gladiators haben drei Imports, Anm.d.Red.). Die knappe 34:38-Meisterschaftsniederlage der Basler sieht er aber nicht als Hoffnungsschimmer.

«Sie sind nicht komplett angetreten. Aber wir rücken jedes Jahr ein wenig näher.»

Die Taktik will Wood natürlich nicht verraten. Auch die gestern gezeigten Spielzüge sollten wohl nicht nur die Berner, sondern genauso den Bündner Scout verwirren.

Mit dem Finaleinzug haben die Basler bereits ihr Saisonziel erreicht, vor der Swiss Bowl können sie sich also entspannt zurücklehnen oder «hoffen und beten», wie Wood sagt. Der Druck lastet alleine auf den Schultern der Broncos.

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