Marcel Koller hat für einen kurzen Moment die Augen von Zdravko Kuzmanovic. Die sind auf die Virtual Reality Brille aufgedruckt, die der FCB-Trainer soeben gereicht bekommen hat. Koller steht in der Mixed Zone des St. Jakob-Parks kurz vor dem Spielertunnel, der auf den Rasen führt. Sein Kopf dreht sich nach rechts und links. Wo schaut dieser Koller mit Kuz-Augen nur hin?

Durch die VR-Brille werden ihm 360-Grad-Aufnahmen gezeigt, die ein Filmteam beim letzten Heimspiel gegen YB mit einer speziellen Kamera gemacht hat. Die Spieler beider Teams stehen bereit. Geoffroy Sereys Die umarmt Roger Assalé, Albian Ajeti schreit laut: "Auf gehts". Dann laufen die Spieler los durch die Senftube auf den Rasen.

Durch die VR-Brille fühlt sich der Betrachter, als stünde er in Mitten der Fussballer, als gehöre er dazu. Je nachdem, wo man hinschaut, bietet sich ein anderes Bild. Auch Marcel Koller ist begeistert, als er die Brille nach dem rund 25 Sekunden langen Schauspiel wieder abnimmt und in die karge Realität der leeren Mixed Zone zurückkehrt. "Da will man fast mitlaufen", sagt der Trainer und lacht. Doch laufen ist streng verboten, sonst kollidiert man ausversehen mit anderen, realen Teilnehmern, die man wegen der Brille nicht sieht.

Einmal wöchentlich nach schwäbischem Vorbild

Der Grund, warum der Trainer mit einer VR-Brille in der Mixed Zone steht, ist die Präsentation einer neuen FCB-Stadionführung, der Koller freiwillig kurz beiwohnt. Ab 21. August bietet der FC Basel für 25 Franken einmal wöchentlich eine virtuelle Stadionführung an. Als Vorbild für dieses spezielle Event dient der VfB-Stuttgart, wo man ebenfalls seit Kurzem mit VR-Brillen durchs Stadion laufen kann.

Im Joggeli können die Besucher bei der VR-Stadionführung an sieben unterschiedlichen Stellen die Brille aufsetzen und in eine echte Szene eintauchen. Das Erlebnis wird so realer, da das Joggeli meist leer ist, wenn Stadionführungen durchgeführt werden. Durch die Brille wird es mit Leben gefüllt. Der FCB erhofft sich durch dieses zusätzliche Erlebnis einen Anstieg bei den gebuchten Führungen. Bereits jetzt gibt pro Jahr es rund 350 davon. 

Weitere Infos gibt es hier.