Volleyball

Neuer Vorstand, alte Ziele: Sm'Aesch Pfeffingen will auch unter der neuen Führung um den Titel mitspielen

Von links nach rechts: A.Genat (BWT Aqua), E.Keller (Co-Präsidentin Sm'Aesch Pfeffingen), A.Vollmer (Trainer), M.Matter (Captain 1. Mannschaft)

Von links nach rechts: A.Genat (BWT Aqua), E.Keller (Co-Präsidentin Sm'Aesch Pfeffingen), A.Vollmer (Trainer), M.Matter (Captain 1. Mannschaft)

Sm’Aesch Pfeffingen startet unter neuer Führung in die Saison, nachdem der langjährige Präsident Werner Schmid sein Amt an ein Co-Präsidium aus Esther Keller und Matthias Preiswerk abgetreten hat. An den hohen Ansprüchen der NLA-Volleyballerinnen ändert der Führungswechsel indes nichts.

Entspannte Stimmung bei der Saisoneröffnung der NLA-Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen. Es wird gescherzt, es wird gelacht – und Trainer Andi Vollmer stellt den Anwesenden sein Team auf kreative Art und Weise vor: Statt eines Portrait-Bildes wird nur eine Hand gezeigt. Die Journalisten sollen raten, um welche Akteurin es sich handelt. Vollmer löst das Rätsel auf und stellt die Spielerinnen – inklusive der fünf Neuzugänge aus dem Ausland – vor, erzählt von ihren Werdegängen, analysiert ihre Stärken auf und neben dem Feld und gibt einige Anekdoten aus der Vorbereitung preis. Die Harmonie im Team des letztjährigen Vizemeisters ist kurz vor Saisonbeginn, der am Samstag mit dem Supercup gegen Neuchâtel erfolgt, spürbar. Dass dem so ist, überrascht auf den ersten Blick. Denn Sm’Aesch hat einen äusserst turbulenten Sommer hinter sich.

So erlebte der Verein einige Monate des Umbruchs, nachdem man Ende April den Titel im Finalduell mit Viteos NUC Neuchâtel nur knapp verpasste. Präsidenten-Urgestein Werner Schmid gab seinen Posten per Saisonende 69-jährig ab, es übernahm ein Co-Präsidium bestehend aus Banker Matthias Preiswerk sowie Esther Keller, der ehemaligen Telebasel-Moderatorin und heutigen GLP-Grossrätin. Alles neu also beim Vizemeister? Nein. Denn obwohl die neue Führung viele Ideen für die Weiterentwicklung des Vereins hat, will sie die erfolgreiche Vorarbeit von Ex-Präsident Schmid, der den im Jahr 2000 gegründeten Verein in der NLA als zweite Kraft hinter den – inzwischen nach Frankreich abgewanderten – Dominatorinnen von Voléro Zürich etablierte, weiterführen. So soll der Verein aus dem Baselbiet endlich seinen ersten Titel holen.

Kontinuität statt radikaler Umbruch

«Kontinuität ist uns sehr wichtig im Klubbetrieb. Werner Schmid hat über Jahre wunderbare Arbeit geleistet. Da wollten wir auf gar keinen Fall alles auf den Kopf stellen, sondern vielmehr auf seiner Grundlage aufbauen», formuliert Keller die Herangehensweise des neuen Co-Präsidiums an der Spitze von Sm’Aesch. Dieses setzt auf die Synergien, die sich aus seiner ungleichen Zusammensetzung ergeben: Auf der einen Seite Keller, Kommunikationsexpertin und langjähriges Vereinsmitglied, auf der anderen Seite Preiswerk, der aufgrund seiner diversen Engagements in der Bankenbranche und im Sportbereich – von 2008 bis 2014 präsidierte er etwa den EHC Basel und war zuletzt in der Nachwuchsförderung aktiv – über das nötige Know-How in finanziellen und organisatorischen Fragen verfügt.

Gute Laune: Die Harmonie in der diesjährigen Sm'Aesch-Mannschaft stimmt.

Gute Laune: Die Harmonie in der diesjährigen Sm'Aesch-Mannschaft stimmt.

«Unsere unterschiedlichen Bezüge zum Sport sind natürlich der Hauptgrund für die Konstellation mit unserem Co-Präsidium», sagt Keller und ergänzt: «ohne Matthias hätte ich das Amt nicht übernommen. Er gibt uns die Basis, die Expertise und natürlich auch die finanzielle Stabilität, dank der wir den Verein auch ohne Werner Schmid auf demselben Level weiterführen können.» Dass Preiswerk, der nebst seinem Engagement als Co-Präsident vom Verein auch als Privatperson als Premium-Sponsor aufgelistet wird, den Verein finanziell mitträgt, scheint wahrscheinlich.

Keller mag das nicht direkt bestätigen, sagt jedoch: «Es ist kein Geheimnis, dass wir mit ihm jemanden gefunden haben, der sich auch persönlich engagiert. Das hat er zuvor im Nachwuchssport bereits getan. Dass wir in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr ein grösseres Budget haben, ist unter anderem sicherlich ihm zu verdanken.» So konnte das gut vernetzte Co-Präsidium aus Keller und Preiswerk bereits einige neue Sponsoren gewinnen, die dem Verein helfen sich breiter abzustützen.

Bernhard Heusler bleibt dem Vorstand erhalten

«Wir wollen mit Sm’Aesch langfristig vorne mit dabei bleiben, gleichzeitig aber Jahr für Jahr das Defizit und damit unsere Abhängigkeit von Einzelpersonen reduzieren», blickt Keller voraus. Dabei helfen soll auch das Know-How der beiden Vorstandsmitglieder, die aus der Ära Schmid übrig geblieben sind: Marc Troxler und Ex-FCB-Präsident Bernahrd Heusler.

Ex-FCB-Präsident Bernhard Heusler bleibt Vorstandsmitglied bei Sm'Aesch Pfeffingen.

Ex-FCB-Präsident Bernhard Heusler bleibt Vorstandsmitglied bei Sm'Aesch Pfeffingen.

«Sie sind beide mit ihren Netzwerken Türöffner und Berater für uns. Davon profitieren wir stark. Ich hoffe, dass sie uns noch lange erhalten bleiben», so Keller.

Grösseres Budget für das Ziel Meistertitel

Anders als in der Vorsaison, in der Sm’Aesch einen Sparkurs fuhr und unter anderem die Anzahl Profispielerinnen im Kader reduzierte, will man nun auf allen Ebenen wieder voll angreifen. So will man sein Ziel, in die durch den Wegzug von Voléro entstandene Lücke vorzustossen, erreichen. Im letzten Jahr funktionierte dies nur bedingt – in Cup, Supercup und Meisterschaft musste sich Sm’Aesch jeweils gegen Neuchâtel mit der Silbermedaille begnügen.

«Ich denke, dass wir trotzdem im Soll waren. Die Ausgangslage war im letzten Jahr nicht gerade meisterlich. Nun sieht das aber anders aus: Wir haben eine richtig gute Mannschaft beisammen, haben uns gezielt verstärkt und die Voraussetzungen geschaffen, damit wir um den Titel mitspielen können. Das ist in diesem Jahr unser klares Ziel», zeigt sich Trainer Andi Vollmer optimistisch.

Sm’Aesch konnte mit Luisa Schirmer, Taylor Fricano, Monika Chrtianska und Jazmine White Ausländerinnen mit grosser Qualität und Erfahrung ins Baselbiet locken. Dazu wurden Teamstützen wie Captain Madlaina Matter gehalten. Und auch auf die Hiobsbotschaft, die Sm’Aesch im Sommertraining erfuhr, als sich die neu verpflichtete Amerikanerin Mita Uiato das Kreuzband riss, konnte der Verein reagieren. Mit der Kanadierin Megan Cyr konnte ein Ersatz gefunden werden, der noch vor dem Supercup zum Team stossen soll. Der Weg zu Titeln ist also auch unter der neuen Führung geebnet für Sm’Aesch Pfeffingen.

Das Team der Baselbieterinnen ist komplett. Noch fehlt nur Neuzugang Megan Cyr (CAN) fehlt noch.

Das Team der Baselbieterinnen ist komplett. Noch fehlt nur Neuzugang Megan Cyr (CAN) fehlt noch.

Ob die Baselbieterinnen ihren Titelfluch in der neuen Saison endlich beenden können, wird sich am Samstag ausgerechnet gegen Neuchâtel erstmals zeigen. Zuversichtlich genug, dass dies gelingen wird, ist man bei den Baselbieterinnen trotz Umbruch-Sommer allemal.

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