Promotion League
Neues Lohnsystem: Für den BSC Old Boys steht eine schwierige Saison bevor

Wegen des neuen Lohnsystems startet der BSC Old Boys mit einem unerfahrenen Team in die neue Saison. Die kommende Promotion-League-Spielzeit steht aktuell unter keinem guten Stern.

Jeremy Weill
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Der BSC Old Boys sucht schon lange nach dem perfekten Mass an leistungsgerechter Entlohnung für die Spieler.

Der BSC Old Boys sucht schon lange nach dem perfekten Mass an leistungsgerechter Entlohnung für die Spieler.

Juri Junkov/Fotograf

«Es scheint vor jeder Saison mittlerweile fast Tradition, dass in gewissen Medien der BSC Old Boys für beinahe ‹klinisch tot› erklärt wird.» Dieser Satz befindet sich in einem Bericht auf der vereinseigenen Homepage.

Um den Ball gleich aufzunehmen: Ja, der Klassenerhalt dürfte wieder einmal ein schwieriges, aber mögliches Unterfangen werden. Genau so, wie es das drei Mal in den letzten vier Jahren war, als die Old Boys sich kurz vor Saisonende noch retten konnten. «Mit dem letztjährigen Kader hätte mehr drinliegen müssen», erklärt Sportchef Rafet Öztürk. «Deshalb mussten wir unsere Strategie überdenken.»

Der Quartierklub sucht schon lange nach dem perfekten Mass an leistungsgerechter Entlohnung für die Spieler. «Letztes Jahr haben einige Spieler anständig verdient, aber sie lieferten zu wenig. Deshalb setzen wir dieses Jahr auf eine noch leistungsbezogenere Entlohnung», meint Öztürk.

Unbekannte Neuzugänge

Der Fakt, dass einige Spieler innerhalb der Promotion League gewechselt haben (Simon Dünki zu YF Juventus oder Florian Müller zum SC Cham) oder sogar in untere Ligen (Loic Limanaj zur AS Timau) sprechen für diese Tatsache. Allerdings sprach die Vereinsleitung bereits 2013 und 2015 von schwerwiegenden Änderungen, verpflichtete aber gleichzeitig teils hochwertige Profis wie zum Beispiel Muhamed Demiri oder Oliver Klaus.

Die insgesamt neun Abgänge wurden mehrheitlich mit 1.-Liga-Akteuren kompensiert. Die meisten Neuverpflichtungen waren jedoch eher Ergänzungsspieler in ihren Teams. Mit Adrian Fleury von Solothurn, Kaltrim Osaj von Wangen bei Olten und Torhüter Niklas Lindenthal (SR Delémont) kommen jedoch auch Spieler, die in der letzten Saison eine ansprechende Einsatzzeit erhielten. Die Verteidiger Edonis Asani und Rafael Disler kommen wie Fleury aus der Solothurn-Juniorenabteilung, in der OB-Trainer Aziz Sayilir zwischen 2009 und 2014 tätig war.

Des Weiteren stossen Ruben Kotlar (FC St. Gallen U21), Janic Cucinelli (FCB U18) und Luftetar Mushkolaj (FCB U21) zu den Gelb-Schwarzen. Die letzteren zwei Spieler haben am Samstag bei der 2:3-Niederlage gegen die Black Stars im Rahmen des «Black-Cups» die beiden OB-Treffer erzielt.

Rietmann ohne Druck

Der langjährige OB-Stümer Pascal Rietmann, der gegen die Black Stars überraschend als Innenverteidiger agierte, sieht der kommenden Saison positiv entgegen: «Da wir von vielen als Abstiegskandidat gehandelt werden, können wir ohne Druck aufspielen.» Zudem sei der «Umbruch» nicht ganz so extrem, ein gewisser Kern des Teams sei ja doch geblieben.
Ob die Basler wie in den vergangenen Jahren nochmals zu Beginn der Saison auf dem Transfermarkt zuschlagen, ist unklar. Rafet Öztürk: «Gescheiterte Profis sollen keine mehr geholt werden, aber im Fussball ist alles möglich.»

Dennoch – ohne die Old Boys für «klinisch tot» zu erklären – dürfte es eine sehr schwierige Spielzeit werden. Die Vorbereitung mit nur einem Sieg aus fünf Partien ist auf jeden Fall nicht geglückt. Die Old Boys starten am Mittwoch, 2. August, auswärts beim SC Kriens in die Promotion-League-Saison 2017/2018.