Eigentlich grotesk: Die besten Badmintonklubs müssen landauf, landab haushälterisch mit ihren Finanzen umgehen. Die Budgets lassen keine grossen Sprünge zu. Die Randsportart kämpft um Akzeptanz, Zuschauer und Sponsoren. Beispiel Meister Argovia: Der überraschende Titelgewinn löste intern zwar eine Euphoriewelle aus, neue Geldgeber konnten bis heute aber nicht gefunden werden. Dennoch leisten sich die Vereine paradoxerweise den Luxus, gestandene Ausländer zu engagieren. Die Spieler fliegen in der Regel am Freitag zu den Spielen an und reisen nach den Partien am Sonntag wieder in ihre Heimat zurück. Dieses Modell praktiziert auch Uni Basel. Der Verein konnte im Gegensatz zu den Aargauern dank dem Aufstieg in die NLA immerhin neue Sponsoren an Land ziehen.

Däne, Slowene und Schwedin

Mit dem Dänen Kasper Odum, dem Slowenen Luka Petric und der Schwedin Matilde Peterson stehen drei Verstärkungen ihm Team der Basler. Damit der eigene Nachwuchs nachhaltig von der Klasse profitieren könnte, wäre allerdings die Anwesenheit in den Trainings unter Woche notwendig. Spielertrainer Rémy Matthey de l’Etang ist sich dessen bewusst und wird rund um die erste Saisonpartie – ausgerechnet gegen Team Argovia – das Gespräch mit Odum, Petric und Peterson suchen. «Ich hoffe, dass sie jeweils für einen längeren Block bei uns bleiben und wir so profitieren.»

Teams nahe zusammen

Wo Uni Basel leistungsmässig vor dem Start einzuordnen ist, lässt sich schwer abschätzen. Tendenziell sind die Mannschaften im Vergleich zur letzten Spielzeit noch enger zusammengerückt. Vergangene Spielzeit entschieden nur wenige Zähler über Playoff-Teilnahme, Ligaerhalt und Abstieg. «Auch dieses Mal scheint alles möglich», Rémy Matthey de l’Etang. Die Basler streben primär den Verbleib in der Nationalliga A an. Der 42-jährige Routinier lässt aber durchblicken, dass er bei optimalem Verlauf seinem Team auch die Playoff-Qualifikation zutraut.

Neu zu Uni Basel sind mit Marion Gruber (von BC Adliswil-Zürich) und Christian Kirchmayr (Argovia) zwei Akteure aus der Region Basel gestossen. Komplettiert wird das Kader mit Sebastian Nufer und Martucci sowie Daniela Lutz, Christina Sandragesan und Monica Obrist.

Petric von Auto angefahren

Gegen Argovia am Sonntagnachmittag (14 Uhr, Vitis-Center) muss Rémy Matthey de l’Etang bereits eine erste, ungeplante Kaderkorrektur vornehmen. Luka Petric wurde vor kurzem von einem Auto angefahren und zog sich dabei eine Gehirnerschütterung und einen Schlüsselbeinbruch zu. Er wird den Baslern erst Anfang Oktober zur Verfügung stehen. Verschmerzen lässt sich der Ausfall von Petric insofern, weil auch Team Argovia geschwächt in Allschwil antreten muss. Die neue Nummer 1, Hafiz Shaharudin, ist noch vertraglich an BC Adliswil-Zürich gebunden und kann erst ab November beim Meister eingesetzt werden.