Basketball

Nichts Neues: Die Starwings verlieren gegen Pully Lausanne mit 66:81 (37:42)

Die Starwings konnten auch in ihrem sechsten Spiel nicht überzeugen.

Sechstes Meisterschaftssspiel, sechste Niederlage. Und eine Partie gegen einen bescheidenen Rivalen, die ein „Déjà-vu“ (Vevey, Luzern) war. Mit dieser Equipe und in dieser Verfassung fehlt nicht nur den Aktiven der Glaube, dass ein Erfolg in der Nationalliga A möglich ist...

Das Konstrukt Pully Lausanne Foxes (Füchse) ist kein Titelkanditat. Pully, der einstige Do­minator im Schweizer Basketball (90er-Jahre) und der Traditionsverein Lausanne SF aus der Olympia-Welthauptstadt, vereinen Not und Elend, "denn als autonome Klubs würden beide in der Nationalliga B keine Rolle spielen...."

Der dies sagt, heisst Randoald Dessar­zins (54), ist der Vater des einstigen Höhenfluges des BC Boncourt und spielte zu seiner Studi­enzeit in Basel einst beim CVJM Birsfelden. Der Jurassier aus Porrentruy ist der ein­zige Schweizer Trainer, der in Frankreich in der 1. Division (bei JDA Dijon) tätig war. Und er war auch Nationaltrainer der Côte d‘Ivoire (ehemalige Elfenbeinkünste) – er kennt also nicht nur den nationalen, sondern auch internationalen Basketball.

Ein starkes Trio reicht

Sein Team besteht aus drei starken Amerikanern – der Vierte im Bunde, Jamani Pierce (22, 201cm), war in Birsfelden nicht zugegen, da er mit der U23-Equipe in der Nationalliga B spielte. Im Stammquintett figuriert mit Lucas Pythoud (25, 174 cm) einer der kleinsten Schweizer Akteure. Er hat die Aufgabe, das US-Trio bei ihrer Arbeit zu unterstützen, auf keinen Fall zu stören. Das tut Pythoud ausgezeichnet. Mehr aber auch nicht.

Und mit Alex­ander Hart (22, 210cm) fand Dessarzins einen „Swiss-Yankee“, der – zumindest gegen die Starwings – punktete und reboundete. Am letzten Spieltag hatten die Waadtländer das letzte Viertel gegen Fri­bourg Olympic mit 7:25 (!) verloren. Weil in der Regel eine Equipe, welche die Stammfünf forcieren muss, mit Fortdauer der Partie einbricht.

Die „Wings“ verfügen, zumindest auf dem Papier, über ein breites Kader. Sie können auf vier Profi-Basketballer zurückgreifen – nur ist einer sehr jung und kann eine Mannschaft noch nicht im gewünschten Masse führen und lenken (Justin Mitchell). Der Skorer wäre Auston Calhoun – er kam gegen Pully Lausanne aus ei­ner zweiwöchigen Verletzungspau­se (muskuläre Blessur) zurück – und musste gleich 40 Minuten durchspielen. In der Hoff­nung, er werde jene Körbe erzielen, die zum Sieg führen müssten. Tat er nicht, konnte er auch nicht.

Es wäre noch mehr nötig

Nemanja Calhoun ist Captain, Topskorer, Rou­tinier, eine integre Persönlichkeit – und gleichzeitig eine „Einzelmaske“, der noch viel mehr machen müsste. Kann und wird der Serbe mit 35 Jahren nicht mehr tun. Es gibt den Mis­ter Smith, der mit 211 Zentimetern nicht zu übersehen ist. Aber ein Faktor ist er nicht – seine Anti­poden (Averyl Ugba, 204 cm) spielen etwas anderes – nämlich Basketball.

Auch Jarrell Hollimon und Sébastien Davet widmen sich, ohne Profis zu sein, nur dem Basket-Sport. Der eine ist athletisch, aber wurfmässig wenig talentiert (Hollimon). Bei Davet hat man das Gefühl, dass der Freiburger mehr als nur der 9. Mann mit zehn Minu­ten Einsatzzeit sein müsste. Ex-Captain Joël Fuchs spielte auch (über 20 Minuten) – in seiner Statistik figurieren praktisch nur Nullen. Sein Einfluss aufs Spiel? Null.

Statt Emotionen kam der Filmriss

Verbleiben die Eigengewächse Branislav Kostic und Alessandro Verga, die im Rahmen ih­rer Fähigkeiten und Möglichkeiten einen guten Auftritt hatten. Auch die Equipe hatte kurze Perioden, wo beschwingt aufgespielt wurde. In der 35. Minute kam, nach einem Dreier von Davet, beim Stand von 63:68, so etwas wie Stimmung und Emotionen beim treuen Publi­kum auf.

Bei der Mannschaft folgte aber der obligate Filmriss. In den letzten fünf Minuten wurde schrecklich „gheuet und ghühneret“ (wie gegen Vevey und in Luzern) - der Gast musste nur noch verwalten und ei­nen Erfolg einfahren, „für den man früher in der Sport­halle Birsfelden viel mehr tun muss“, wie Gasttrainer Dessarzins schmerzlich weiss. 

Und auch in einer Woche, wenn SAM Massagno im Unterbaselbiet gastiert, dürfte sich die Partie im gleichen Muster abspielen. Die Luganesi verfügen sogar über ein explosives Sextett (vier Amerikaner, der Schweiz-Senegalese Jules Aw und Brunelle Tutonda, im letz­ten Jahr noch bei den Starwings). Fazit: Die Saison 2017/18 bringt Woche für Woche nichts Neues!

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