Old Boys
Nico Thüring verlässt die Old Boys am Ende der laufenden Saison

Der Ettinger Nico Thüring, der vor zwei Jahren aus der Challenge League in die 1. Liga zu den Old Boys wechselte, steht vor seinem Abgang. Zuvor steht aber das Derby gegen die U21 des FC Basel auf dem Programm, bei dem er nochmals alles geben will.

Jeremy Weill
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Nico Thüring (hier die Nummer sechs von hinten beim Freistoss) ist mit der Teamleistung von OB in der Rückrunde nicht zufrieden.

Nico Thüring (hier die Nummer sechs von hinten beim Freistoss) ist mit der Teamleistung von OB in der Rückrunde nicht zufrieden.

Uwe Zinke

Nico Thüring, wieso läuft es den Old Boys zurzeit überhaupt nicht?

Nico Thüring: Es ist schwierig zu sagen. In der Vorrunde haben wir vermutlich noch vom Aufschwung der Vorsaison gelebt. Zudem haben wir dort enge Spiele für uns entschieden, was momentan nicht der Fall ist. Das Glück ist nicht mehr auf unserer Seite.

Kann man von Motivationsproblemen sprechen?

Nein, denn wir wussten von Beginn an, dass die U21 des FCB, Schaffhausen und YF Juventus dominieren werden. Ich finde, Motivation muss man selber mitbringen.

Sind Sie mit ihrer persönlichen Leistung in dieser Saison zufrieden?

Die Vorrunde war ganz okay. Mit der Rückrunde kann ich nicht zufrieden sein. Mir fehlte die Konstanz und ich schoss nur zwei Tore per Elfmeter.

Nun steht das Derby gegen den FCB vor der Tür. Im Hinspiel gab es ein 1:1, nun sind die Vorzeichen etwas anders.

Natürlich ist es der FCB und es geht ums Prestige. Aber im Gegensatz zur Hinrunde, als das Derby ein Spitzenspiel war, fehlt aufgrund unserer Tabellenlage ein wenig die Brisanz.

Die erste 1.-Liga-Promotion-Saison ist bald vorbei. Ist es eine gute Liga oder ist der Aufwand mit den weiten Reisen zu gross?

Viele sagen der Aufwand sei sehr gross. Letztes Jahr war jedoch ähnlich. Wir trainierten auch vier Mal und reisten nach Thun oder Münsingen, dieses Jahr geht es halt nach Sion oder Nyon, das stört mich nicht besonders. Ich hätte allerdings auch mit dem alten System gut weiterleben können.

Sie haben 2011 Ihre Profikarriere bei Winterthur abgebrochen und gingen zu OB. Würden Sie das wieder machen?

Dazumal habe ich bei Winterthur nicht mehr so viel gespielt, weil der Trainer nicht mehr auf mich setzte. Der damalige Sportchef Christian Schmid hat schnell Kontakt mit mir aufgenommen und auch mit Massimo (Ceccaroni, Anm. d. Red.) führte ich Gespräche. Das ganze Projekt mit dem Ziel Aufstieg in die Promotionsliga hat mir Eindruck gemacht. Zudem begann ich in dieser Zeit, neben dem Fussballplatz zu arbeiten.

Bei OB wird es im Sommer einen Umbruch geben, weil der neue Präsident Roger Berberat ein günstigeres Kader will. Wie geht es mit Ihnen weiter?

Trainer Roger Hegi plant nicht mehr mit mir, deshalb werde ich OB verlassen. Wie es weitergeht, weiss ich nicht.

Kommt die Trennung von OB überraschend?

Aufgrund des Sparkurses konnte ich mir zusammenreimen, dass die besseren Verdiener wohl bald gehen müssen.

Ist die Challenge League nochmals ein Thema?

Nein. Concordia Basel und Allschwil zeigen Interesse, denn dort kenne ich die Verantwortlichen gut.