Im Gegensatz zu den letzten Jahren sind die Mountainbiker 2013 spät dran. Der Weltcup beginnt erst Mitte Mai in Deutschland. Gut einen Monat später geht bereits die Europameisterschaft über die Bühne: in Bern.

Schweizer Bike-Armada

Noch ist nicht definiert, wie gross die Schweizer Delegation sein wird, aber bei der hohen Dichte im Männerteam – 2012 erfüllten sechs Fahrer die Olympiakriterien und bei der WM besetzten die Schweizer das komplette Podest – dürfte es selbst bei wahrscheinlichen acht Startplätzen heisse Duelle zwischen Top Shots und Newcomern geben.

Sieg im EKZ-Cup und SM-Bronze

Einer von den Fahrern aus der zweiten Reihe ist Nicola Rohrbach aus Langenbruck. Der 26-Jährige machte im letzten Jahr mit dem Gesamtsieg des EKZ-Cups und SM-Bronze im Eliminator-Rennen auf sich aufmerksam. Dieses Jahr will der Oberbaselbieter auch im Weltcup in Erscheinung treten und an der Heim-EM die Schweiz vertreten.

Sturz in Bad Säckingen

Der Auftakt in die Saison ist Rohrbach geglückt. Beim Start der Bundesliga vor zwei Wochen in Bad Säckingen war er lange in der Spitzengruppe, stürzte dann aber unglücklich und landete schliesslich auf dem 7. Rang.

«Ein Sturz kann immer passieren. Wichtig ist, dass ich gute Beine hatte und an der Spitze mithalten konnte», sagt der Teilzeit-Elektromonteur.

Auf den Fersen von Nino Schurter

Im ersten Lauf des BMC Racing Cups in Schaan, den Weltmeister Nino Schurter für sich entschied, lag Rohrbach nach der ersten Runde inmitten des Topfelds auf dem 5. Platz. Diesen Rang konnte er aber auf dem schnellen Kurs, der kaum Gelegenheit zur Erholung bot, nicht halten und kam schliesslich als 13. ins Ziel.

«Ich musste am Anfang 100 Prozent geben, um in die Spitze zu kommen. Das Feld war wegen der eher anspruchslosen Strecke dicht beieinander, die Abstände klein. Ich hatte einfach noch nicht die Kraft, das hohe Tempo durchzuhalten», resümiert Rohrbach.

Bei Tempoforcierungen stärker werden

Genau an solchen Tempowechseln würde er im Training feilen und hätte sich im Vergleich zur Vorsaison auch gesteigert. Da er in Schaan noch Kniebeschwerden von seinem Sturz in Deutschland hatte und auch etwas erkältet war, fühlt er sich auf dem richtigen Weg.

Am Sonntag startet er beim zweiten Lauf des BMC Racing Cups im Tessin und hofft auf frühlingshafte Temperaturen. «Das fiese Wetter zerrt sowohl bei den Rennen als auch im Training an den Kräften», sagt er.

Neue Startregel als Nachteil

Auch wenn in dieser Saison der Fokus klar auf den Cross-Country-Rennen liegt, lässt er die Eliminator-Rennen, vergleichbar mit den Sprints im Langlauf, nicht ganz aus dem Blick. «Der Internationale Radverband überlegt sich, solche Rennen als Qualifikation einzuführen», sagt Rohrbach.

Diese Änderung würde ihm entgegenkommen. Ganz im Gegensatz zur Startnummer-Regel, die neu bei jedem WC-Rennen abhängig vom Ranking ist. Im letzten Jahr war das Ranking nur für das erste Rennen massgebend, danach ging es nach den Rangierungen in den Rennen.

Ein Exploit konnte einen Newcomer also nach vorne katapultieren, ein Sturz einen Topfahrer nach hinten schwemmen. Nach dem eher schwachen persönlichen WC-Jahr 2012 muss Rohrbach beim Auftakt von Platz 60 aus beginnen.