Der Terminkalender ist immer voll. Bis zu 25 Turniere stehen für den 25-jährigen Nicolas Thommen pro Saison auf dem Programm. Die meisten davon spielt er in der Schweiz. «Aber es gibt Turniere in ganz Europa, die ich während der sieben Monaten dauernden Saison von Ende März bis im Oktober spiele», erklärt Thommen. «Die Wintermonate verbringe ich in Florida und arbeite dort an meinem Spiel.» Das heisst das ganze Jahr über Golf spielen. Wird es da nie langweilig? «Nein, mir wird Golf nie langweilig. Es ist unglaublich abwechslungsreich und besteht aus sehr vielen verschiedenen Komponenten», betont der Rheinfelder.

Golfen als Hauptberuf

Seit Nicolas Thommen 2011 die KV-Ausbildung in der United School of Sports erfolgreich beendet hat, setzt er mehr und mehr auf die Karte Sport. «Das Golfen ist sozusagen mein Hauptberuf, daneben arbeite ich 20 Prozent im Büro», sagt der Fan des FC Basels. «Ich habe das Glück, das mein Chef ebenfalls ein sehr angefressener Golfer ist und mir grosse Freiheiten gibt.» Am Ende der Saison wird er von den Amateuren in den Profistatus wechseln. In einem Sport, in dem der Altersdurchschnitt weit über 30 liegt, wie schätzt er seine Chancen ein? «Das stimmt, das Alter ist recht hoch und der Faktor Erfahrung spielt bei uns eine grosse Rolle, allerdings konnte ich in den letzten Jahren grosse Fortschritte machen und an guten Tagen fühle ich mich dem Topniveau sehr nahe. Das Ziel ist es, auch an schlechteren Tagen das Niveau zu halten.»

Bis zu zehn Stunden Training

An sechs Tagen in der Woche trainiert der 25-Jährige sechs bis zehn Stunden pro Tag. Die meiste Zeit davon auf dem Golfplatz, im Winter auch im Fitnesscenter. Der Golfschwung sei ein sehr komplizierter Bewegungsablauf, der eigentlich nie richtig gelernt werden könne. Es würden sich immer wieder Fehler einschleichen, die so schnell wie möglich angepasst werden müssten. «Die Arbeit an einem Golfschwung wird nie enden», sagt Thommen, der seine rare Freizeit häufig mit Freundin Rachel verbringt, die ebenfalls Golf spielt. Als Stärke in seinem Spiel sieht Thommen das Putting und die kurzen Schläge allgemein. Allerdings müsse er noch mehr Konstanz im langen Spiel zeigen, um ganz vorne mitmischen zu können.

Angestrebtes Ziel erreicht

Sein angestrebtes Saisonziel hat er schon erreicht: Die Qualifikation für das Omega Masters in Crans-Montana. Und mit dem derzeitigen Ranking im World Amateur (280) ist ihm das zweite grosse Ziel ebenfalls gelungen. Daher hat er sich neue Aufgaben gesetzt. «In Crans-Montana möchte ich den Cut schaffen und mich für das Wochenende qualifizieren», erklärt Thommen. «Und im Ranking will ich bis Ende Saison in die Top 200 der Weltrangliste.» Die Chance dazu wird er bei verschiedenen Turnieren in der Schweiz haben. Ausserdem wird er in dieser Saison noch nach Finnland, Spanien und Holland an Turniere reisen.