Handball NLA

Niederlage für den RTV Basel in der allerletzten Sekunde

Archivbild von der Partie gegen Meister Wacker Thun.

Der RTV Basel verliert gegen Fortitudo Gossau mit 28:29. Ein heisser Abstiegskampf steht bevor.

Was für eine Dramatik und was für ein Fehlstart für die NLA-Handballer des RTV 1879 Basel in die NLA-Abstiegsrunde. Der RTV war im absolut richtungsweisenden Duell auswärts beim Tabellennachbarn TSV Fortitudo Gossau lange Zeit die klar bessere Mannschaft und sah wie der sichere Sieger aus. In der Schlussphase waren dann die Basler von allen guten Geistern verlassen und verloren (nach einer 16:13-Halbzeitführung) in der allerletzten Sekunde mit 28:29.

«Uns soll es ja Recht sein, aber wie kann man nur so doof sein», meinte ein Gossau-Fan nach Spielschluss lakonisch zu einem RTV-Anhänger. Und der Ostschweizer brachte es treffend auf den Punkt. Denn die Ausgangslage sowie der Spielverlauf bis weit in die zweite Halbzeit hinein sprachen klar für den RTV. Mit einem Sieg hätten die Basler den Gegner im Startspiel in der Abstiegsrunde bereits auf beruhigende fünf Punkte distanziert. Nun aber ist Gossau auf einen Punkt an den RTV herangerückt und in den nächsten Wochen ist nervenaufreibende Spannung garantiert.

Schlechte Schlussphase

Aber der Reihe nach - und das liest sich lange Zeit positiv. Der RTV begann hochkonzentriert, führte trotz der aufreibenden Anreise bei sehr winterlichen Strassenverhältnissen rasch mit 3:0, 9:5 und nach 21 Minuten sogar mit 12:6. Das Team von Cheftrainer Samir Sarac und Assistent Patrice Kaufmann gestand also Gossau in den ersten 21 Minuten nur sechs Treffer zu - ein äusserst eindrücklicher Beleg für den starken RTV-Beginn und einer hervorragenden Leistung der Abwehr um die "Türme" Dick Hylkén und Dennis Krause.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit liess beim RTV dann die Konzentration zwar etwas nach und der Pausenvorsprung vom 16:13 war für Gossau eher schmeichelhaft. Mit mehr Effizienz im Abschluss und weniger Aussetzern kurz vor der Pause hätte der RTV nach der ersten Halbzeit eigentlich höher führen müssen. Besonders brillant agierte beim RTV in der ersten Halbzeit der 40-jährige Captain Igor Stamenov mit fünf Treffern.

Das Blackout dominiert

Auch in der zweiten Halbzeit sah es lange Zeit nach einem Start-Ziel-Sieg des RTV aus. Eine erste Schwächephase, welche zwischen der 36. und 42. Minute zum 19:19 führte, fingen die Basler noch einigermassen auf. Sie gerieten zwar nach 46 Minuten erstmals in Rückstand (21:22), zeigten aber eine gute Reaktion und führten elf Minuten vor Schluss 25:23 und sechs Minuten vor dem Spielende mit 27:25. Mit einer besseren Chancenauswertung auf Seiten des RTV hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden sein müssen.  

Aber es kam alles anders und so, wie es kaum noch jemand erwartet hätte. Nach der 27:25-Führung  dominierte beim RTV nur noch das Blackout und der RTV (bei dem Abwehrchef Dennis Krause vier Minuten vor Schluss verletzt ausschied) schien in der Schlussphase schlicht von allen guten Geistern verlassen zu sein. Gossau machte aus dem 25:27-Rückstand einen 28:27-Vorsprung, den der RTV 40 Sekunden vor Schluss durch Spielmacher Tibor Jurjevic wieder ausgleichen konnte.

Das Unfassbare

Gossau lancierte nochmals einen Angriff, scheiterte aber an der RTV-Abwehr und der RTV kam seinerseits zehn Sekunden vor Schluss nochmals in Ballbesitz. Die Basler hatten also in diesem Moment einen Punkt auf sicher, somit Gossau punktemässig auf Distanz gehalten und es bestand sogar noch die Chance auf den Sieg. Und dann geschah das Unfassbare: Jurjevic, der (wie übrigens auch Neuzuzug Bruno Kozina) eine überschaubare Leistung zeigte, produzierte fünf Sekunden vor Schluss einen unglaublichen Fehlpass direkt in die Hände eines Gossau-Spielers. Die Ostschweizer lancierten einen schnellen Gegenangriff, den sie schliesslich eine Sekunde vor dem Ende mit dem Siegtreffer krönten.

Gossau machte sich also die Naivität des RTV gnadenlos zunutze und somit die Meisterschaft wieder spannend. Die RTV-Verantwortlichen sind nun gefordert, diesen Lapsus so rasch wie möglich aufzuarbeiten und den Blick entschlossen nach vorne zu richten. Nächster RTV-Fixpunkt bildet am kommenden Sonntag das Auswärtsspiel beim HC Kriens-Luzern, dem aktuellen Tabellenführer der NLA-Abstiegsrunde. Eine RTV-Reaktion ist von Nöten. (mst)

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