Während die besten Spieler des Spiels ausgezeichnet werden, sitzt Patrick Mendelin, der Captain und Sportchef von Unihockey Basel Regio mit hängendem Kopf auf der Bande. Der Nati-Spieler aus Oberwil hat es sich zum Ziel gesetzt, in seiner Heimat ein NLA-Team aufzubauen. Gestern sollte der Tag sein, an dem Unihockey Basel Regio den Aufstieg perfekt macht. Doch dann kam alles anderes. Der Traum platzte in extremis und Mendelin realisiert in diesem Moment auf der Bande, dass seine Unihockeyaner noch mindestens ein weiteres Jahr zweitklassig spielen werden.

Besonders bitter ist, wie es zu der Niederlage gegen Thun kam. Bislang hatten in der Best-of-Seven-Serie jeweils die Heimteams ihre Partien gewinnen können. Thun konnte auf dem weichen Boden in der Sandgrube nicht gewinnen, Basel zog auswärts auf dem härteren Thuner Parkett stets den Kürzeren. So musste ein Entscheidungsspiel her. In Basel.

Es war eigentlich alles angerichtet für ein grosses Fest. 887 Zuschauer – so viele wie noch nie – sind in der Halle. Der Fanclub sorgt mit Bongos und Schlagzeug für Stimmung. Clownperücken, Ballone und Banner sind ebenfalls montiert. Mit Lichtershow und Nebenmaschine werden die beiden Teams aufs Feld geholt.

Basel hat lange alles im Griff

Angepeitscht von der guten Stimmung, zu der auch die per Car mitgereisten Gästefans sorgen, startet Basel gut in die Partie. Gleich nach elf Sekunden kommt das Heimteam ein erstes Mal gefährlich zum Abschluss. In der zehnten Minute trifft der Finne Mikko Jolma nach Vorarbeit von Mendelin zum 1:0. «Everybody dance now», schallt es aus den Lautsprechern und die Zuschauer erheben sich. Thun kommt in der Folge besser ins Spiel, scheitert aber entweder an Goalie Tim Kramer oder an der Torumrandung.

Im zweiten Drittel haben die Berner Oberländer den besseren Start, kassieren dann aber auch die erste Strafe. Genau in dem Moment, als die Überzahl abläuft, schlägt die Kombo Mendelin-Jolma wieder zu. 2:0 für Basel. Leider hält dieser Vorsprung nicht lange. Drei Minuten später kann Thun auf 1:2 verkürzen und nach dem frenetischen Jubel vor dem Gästesektor glaubt der Erstligist wieder an sich.

Im dritten Drittel nutzt Tomas Vojtisek auch die zweite Strafe gegen Thun. Er stellt in der 45. Minute auf 3:1. Der Jubel auf den Tribünen kennt kein Halten mehr. Doch nicht mal drei Minuten später steht es durch einen Doppelpack der Thuner 3:3. Mendelin spürt, dass sein Team nachlässt und motiviert seine Mitspieler auf der Bank und die Zuschauer. Keiner sitzt mehr. Weil aber auch keine weiteren Treffer fallen, muss tatsächlich die Verlängerung eine Entscheidung bringen. 2.04 Minuten sind gespielt, als ein Abstauber von Thuns Wettstein, die Basler Aufstiegsträume und die geplante Party platzen lässt und einen kopfschüttelnden Patrick Mendelin zurücklässt.