Mit 7,16 Sekunden lief der Riehener Nils Wicki (Old Boys Basel) am Hallenmeeting der Old Boys vom Samstag in der Sporthalle Schützenmatte eine der schnellsten 60-Meter-Zeiten des Tages. Und das war durchaus ungewöhnlich, ist Nils Wicki doch nicht gerade als Sprintspezialist bekannt. Seinen letzten 60-Meter-Lauf absolvierte er im Frühjahr 2007, seither machte er sich vor allem einen Namen als einer der besten Hochspringer der Schweiz.

Medaillenchancen im Weitsprung?

Diese Zeit ist nun vorbei. Nachdem Nils Wicki Verletzungsprobleme mit dem Sprungbein gehabt hatte und nach einer Umstellung des Sprungbeins auch dort erste Probleme aufgetaucht waren, entschloss sich der 24-jährige Ex-Schweizer-Meister, den Hochsprung aufzugeben. Sein neues Ziel: der Weitsprung. 7,50 Meter hat er sich als Ziel für die kommende Saison gesteckt – damit hätte er auch in dieser Disziplin Medaillenchancen an den Schweizer Meisterschaften.

Zum Weitsprung gehört ein schneller Anlauf. Und dass er punkto Spritzigkeit auf gutem Weg ist, hat Nils Wicki nun bewiesen, zumal noch einiges mehr drinliegt. Seine 7,16 Sekunden lief er in Riesenschritten – mit kleineren Schritten und höherer Trittfrequenz wäre einiges mehr möglich. Am Start verhielt er sich zudem betont vorsichtig, denn im ersten Lauf war er mit einem Fehlstart ausgeschieden.

Das Basler Hallenmeeting bietet für alle Altersklassen je zwei Läufe über 60 Meter und 60 Meter Hürden an. Wie es mit dem Weitsprung funktioniert, wird man erstmals am kommenden Wochenende sehen. Am Sonntag geht Nils Wicki in St.Gallen an den Start.

Bruder Silvan war noch schneller

Zwei Hundertstelsekunden schneller als Nils Wicki war sein acht Jahre jüngerer Bruder Silvan Wicki. In 7,14 Sekunden egalisierte der U18-Athlet beinahe seine Bestleistung und gehört damit zu den Besten seiner Altersklasse in der Schweiz. In 7,13 Sekunden absolvierte der U23-Stabhochspringer Marquis Richards (TV Arlesheim) einen gelungenen Spritzigkeitstest.

Schnellster 60-Meter-Sprinter des Tages war Rolf Malcolm Fongué (GG Bern), der in 6,92 Sekunden eine nationale Topzeit aufstellte. Zwar in der Halle anwesend, aber nicht am Start war der letztjährige WM-Teilnehmer Alex Wilson (Old Boys). Im Hinblick auf die bevorstehende Olympiasaison lässt er die Hallensaison auf Rat seiner Trainer aus.

Schnellste Frau war die Willisauerin Marlen Affentranger, die sowohl über 60 Meter (7,60 Sekunden) als auch über 60 Meter Hürden (8,36 Sekunden) eine persönliche Bestzeit aufstellte. Schnellste Sprinterin der Region war die U20-Athletin Simone Werner (Old Boys) in ansprechenden 8,08 Sekunden. Über die Hürden überzeugte Michelle Müller (LV Frenke), die bei den U16 hervorragende 9,40 Sekunden erreichte.