An seinem letzten Arbeitstag als Männer-Cheftrainer am Nordwestschweizerischen Kunstturn- und Trampolinzentrum Liestal (NKL) ist Rolf Müller gebührend verabschiedet worden. Am von ihm offerierten Apéro schilderte zuerst Geschäftsleiter Thomas Rutishauser in kurzen Zügen Müllers erfolgreiches Wirken am NKL. Anschliessend hielt der abtretende Cheftrainer selbst Rückschau auf seine fast elfjährige Zeit in Liestal.

Rolf Müller durfte nebst vielen Geschenken seitens der Turner und des Vorstandes auch eine Foto-Collage mit 21 Bildern entgegen nehmen.

Zur Erinnerung überreichte Geschäftsleiter Thomas Rutishauser Rolf Müller eine Foto-Collage mit 21 Bildern aus seiner Zeit beim NKL in Liestal.

Zur Erinnerung überreichte Geschäftsleiter Thomas Rutishauser Rolf Müller eine Foto-Collage mit 21 Bildern aus seiner Zeit beim NKL in Liestal.

Rolf Müller ist als Cheftrainer Männer auf eigenen Wunsch auf Ende Juni zurück getreten und beantwortet fünf an ihn gestellte Fragen.

Du bist knapp elf Jahre lang Cheftrainer Männer am NKL gewesen. Nenne einige Höhepunkte und Enttäuschungen.

Die sportlichen Höhepunkte waren sicher die Teilnahmen von Silas Kipfer an der JEM 2014 in Sofia (Bul) und am EYOF 2015 in Tiflis (Geor), sowie die diversen Goldmedaillen an den verschiedenen Schweizer Meisterschaften der Junioren in der Einzel- sowie Mannschaftswertung.

Sportlich gesehen gab es nicht viele Enttäuschungen, obwohl der Trainer ja nie zufrieden ist.

 Welche Kategorie Turner trainiertes Du als Cheftrainer?

Als Cheftrainer arbeitete ich vor allem mit jungen Athleten im Alter von 11 bis 14 Jahren in den Wettkampfprogrammen 2, 3 und 4. Damit hatte ich in all den Jahren einen guten Überblick nach unten sowie nach oben.

Welche Ziele konntest Du erreichen? 

Die Trägerschaften der Regionalen Leistungszentren des STV werden nach jedem Olympiazyklus (alle vier Jahre) neu eingestuft. Mein Ziel war es, dass das NKL jeweils den Status als Regionales Leistungszentrum (RLZ) behält. Eine Rückstufung in ein Kantonales Trainingszentrum (KTZ) hätte markante finanzielle Einbussen und einen Reputationsverlust zur Folge. Diese Zielsetzung konnte in den vergangenen drei Olympiazyklen erreicht werden. 

Weiter gelang es auch, jedes Jahr mehrere Athleten in die nationalen Jugend-, Nachwuchs- und Junioren-Kader des STV zu bringen.

Welche Ziele konntest Du nicht erreichen?

Aus diversen Gründen gelang es uns in diesen elf Jahren nicht, Athleten in das Nationalkader nach Magglingen zu entsenden. 

Ein weiteres Ziel, das ich nicht vollumfänglich erreicht habe, ist im Umfeld des NKL eine nachhaltige Nachwuchserfassung für den Leistungssport zu installieren, welche aus meiner Sicht auch in Zukunft eine der wichtigsten Herausforderungen für das NKL sein wird.

Die hohe Drop-Out Quote im NKL konnte ich leider nicht verhindern. Hier sind die Gründe sicher vielschichtig anzusiedeln.

Warum kehrst Du wieder an deine alte Heimat Solothurn zurück und welchen Job übernimmst Du dort?

Mein Wechsel nach Solothurn hat sicher viel damit zu tun, dass ich überzeugt bin, dass ich das NKL in den heutigen Strukturen für den Leistungsbereich nicht mehr entscheidend weiterbringen kann.

Dazu kommt, wenn ich mich beruflich noch einmal neu orientieren möchte, dies in meinem Alter der richtige Zeitpunkt ist. Ich freue mich, dass ich mit dieser Lösung weiter im Kunstturnen tätig sein kann.

In Solothurn werde ich fürs Erste vor allem für den Nachwuchsbereich verantwortlich sein. Das heisst für die Nachwuchssichtung, Trainerausbildung, usw.

Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen des NKL, meinen Trainerkollegen, Athleten und nicht zuletzt bei allen Eltern, welche mir in den letzten elf Jahren tatkräftig zur Seite standen und mir ihr Vertrauen geschenkt haben, sehr herzlich bedanken.

Ich wünsche dem NKL für seine Zukunftspläne viel Erfolg!