Seit vor rund zwei Wochen bekannt wurde, dass Dino Stecher Ende Saison Dany Gélinas als Trainer der Basel Sharks ablöst, haben Letztere regelmässig gepunktet. Olten war ergo gewarnt. Waren es aus den ersten 22 Spielen mickrige drei Punkte, welche die Sharks auf fremden Eis buchten, so holten sie in den letzten sieben Partien bis gestern 14 – notabene zehn davon in entfernten Gefilden. Olten seinerseits hat im Verlauf dieser Saison auf eigenem Eis erst ein einziges Mal – 3:4 gegen Langenthal – verloren.

Und auch gestern gaben sich die Einheimischen keine Blösse; obwohl Wright die Gäste in Führung brachte. Dann aber vermochte der physisch präsentere und kollektiv kompaktere Leader meisterhaft zu reagieren. Vogt und Fretter brachten Olten noch vor der ersten Pause 2:1 in Front. Mit zunehmender Spieldauer wurden die körperlichen und technischen Vorteile des Tabellenführers zusehends deutlicher, sodass Olten letztlich zu einem sicheren 6:1-Sieg kam.

Ablenkertor zum 4-1 von Colton Fretter

Ablenkertor zum 4:1 von Colton Fretter

Stecher zufrieden mit den Sharks

Dino Stecher war gestern einer von 2677 Zuschauern im Kleinholz. «Olten ist sehr ausgeglichen über alle Linien und verfügt über die stärkeren Individualisten. Darin liegt wohl der derzeit grösste Unterschied zwischen den beiden Teams», bilanziert er. Die Überraschung, auf die Stecher vor dem Match gehofft hatte, nämlich dass «Basel den grossen Favoriten besiegt», trat nicht ein. «Obwohl», so Stecher, «ich erwartet hatte, dass die Sharks, nachdem sie zu Beginn des Mitteldrittels eine 4-minütige Unterzahl überstanden hatten, noch einmal kommen.»

Videointerview mit Dino Stecher

Videointerview mit Dino Stecher

Der Schub der Befreiung freilich blieb aus. Olten feierte so im 15. Heimspiel der Saison den 14. Sieg. «Olten spielt derzeit ein sehr starke Eishockey. Man sieht, dass der Kern der Mannschaft seit Jahren zusammen ist», hält Dino Stecher fest. Trotzdem: «Das was ich von den Basel Sharks gesehen habe, stimmt mich mit Blick in die Zukunft sehr zuversichtlich. Die Mannschaft hat Potenzial.»

«Ab nächster Saison nicht mehr»

Wenn Stecher gestern einer Mannschaft den Sieg gegen Basel irgendwie gönnen mochte, dann dem EHC Olten. «In dieser Saison ja – aber nächste Saison sicher nicht mehr», lacht er. In Olten hatte die Karriere des legendären, früheren Goalies von Fribourg-Gottéron, den ZSC Lions und auch der Nati ja einst begonnen. «Darum», so Stecher, «bleibe ich dem Klub immer tief verbunden.» Auch auch punkto Trainerlaufbahn diente Stecher Olten als «Anschieber». 2005 übernahm er einen Job im Nachwuchs und war später bis 2009 auch Assistenz- und Headcoach des Fanionteams. 2009 wechselte er zu Biel, wo er seit 2009 Assistent von Kevin Schläpfer ist.

Basel ist der nächste Challenge

Der 47-jährige Dino Stecher hat also eine grosse Oltner Vergangenheit. Hinsichtlich Zukunft wünscht er sich eine genau so grosse in Basel. Die Möglichkeit, dass er schon früher vom Bielersee an den Rhein wechselt, negiert er vehement. «Nein, da kann ich alle Spekulationen ausräumen. Es ist klar abgemacht, dass ich den Vertrag in Biel erfülle.» Aber natürlich sei sein Radar seit der Vertragsunterzeichnung vor rund zwei Wochen auch intensiv auf die Sharks gerichtet. «Es geht darum, Pflöcke für die nächste Saison einzuschlagen.» Sprich, die tragenden Spieler zu halten, und zu schauen, wo punktuelle Veränderungen nötig sind. Diese «Doppelspurigkeit» lasse sich mit seinem Job in Biel sehr gut vereinen, sagt Stecher. Schliesslich gebe es ja heute moderne Kommunikationsmittel. Abgesehen davon, dass sich mit Stechers Amtsantritt in Basel die Zusammenarbeit zwischen Biel und den Sharks deutlich intensivieren soll. «Da reden wir vor allem vom Nachwuchsbereich», hält Stecher fest. Also von Spielern, die in Basel an die NLA herangeführt, respektive allenfalls wieder in Form gebracht werden sollen oder umgekehrt in Biel zu NLA-Einsätzen kommen können.