In Neuenburg, Zürich, Bern und Lugano klappte es nicht und so mussten die Fans des FC Basel bis Anfang Oktober und zum Spiel gegen den FC St. Gallen warten, um den ersten Auswärtssieg ihrer Lieblinge feiern zu können. Ein 3:1, das der geschundenen Basler Fan-Seele gut tut. Aber auch nach einem Sieg gibt es Grund zur Kritik. Beginnen wir mit dem Positiven:

1. Die Meisterschaft ist noch nicht gelaufen

Was haben sich die Schweizer Fussballanhänger während der letzten Jahre beklagt wegen der Basler Überlegenheit. Langeweile machte sich breit, weil man schon vor der Saison wusste, dass am Schluss auf dem Barfüsser-Platz gefeiert wird. Doch kaum hat YB die acht Jahre währende Serie durchbrochen, schien es ins Gegenteil zu kippen. Die Berner waren im ersten Saison-Viertel so drückend überlegen, dass man gedanklich vielerorts schon die nächste Saison ins Visier nahm.

Die 10. Runde aber brachte die Hoffnung zurück. YB verliert zu Hause gegen Luzern und der FC Basel kann erstmals seit Beginn der Meisterschaft den Rückstand auf die Berner verkürzen. Zwar beträgt der Rückstand auf YB noch immer elf Punkte und Basel ist weiter auf Schützenhilfe angewiesen, wenn man die Berner noch abfangen will, aber wenigstens ist ein Funke Hoffnung zurück.

2. Noch nie zu Null gespielt

So positiv vieles lief am vergangenen Wochenende, so muss man doch feststellen, dass es dem Team von Marcel Koller auch im zehnten Spiel der Saison nicht gelingt, zu Null zu spielen. Gegen die Ostschweizer geraten die Basler gar in den Hintertreff. Allerdings können sie noch vor der Pause durch Ajeti ausgleichen und dann dank zweier herrlicher Van-Wolfswinkel-Assistes und Toren von Zuffi und Riveros die Partie drehen.

Trotzdem weist der FCB auch nach zehn Runden ein negatives Torverhältnis auf (19:20). Übrigens haben nur YB (34:9) und Thun (21:16) ein positives Torverhältnis, der FC Zürich ein neutrales. Alle anderen Mannschaften der Super League haben mehr Tore kassiert als geschossen.

3. Die Effizienz ist immer noch mangelhaft

Bevor der FC St. Gallen durch Vincent Sierro in Führung geht, müsste der FCB eigentlich längst vorgelegt haben. Doch Ajeti vergibt zweimal aus aussichtreicher Position. „Leider konnten wir die Gelegenheiten einmal mehr nicht nützen, obwohl ich vor dem Spiel immer wieder darauf hingewiesen habe, dass wir konsequenter werden müssen. Aber wir waren zu wenig entschlossen“, kritisierte FCB-Trainer Marcel Koller. Wenigstens hielt nach Sierros Treffer der FCB-Riegel dicht. Denn zu Beginn der zweiten Halbzeit war St. Gallen phasenweise drückend überlegen.