Curling

Norwegen gewinnt den Swiss Cup, Schweizer zeigen aber starken Auftritt

Norwegen-Skip Thomas Ulsrud avancierte zum Schweizer Schreck. Foto: Nicole Nars-Zimmer

Norwegen-Skip Thomas Ulsrud avancierte zum Schweizer Schreck. Foto: Nicole Nars-Zimmer

Gleich sechs einheimische Teams erreichen am Swiss Cup in Arlesheim die Achtelfinals. Sowohl Olympiastarter Sven Michel im Viertelfinal als auch die Genfer um Skip de Cruz im Halbfinal scheitern am späteren Siegerteam um Thomas Ulsrud aus Norwegen.

Europameister, Weltmeister und Olympioniken duellierten sich am Swiss Cup in Arlesheim. Zutaten, die so manchem Sportbegeisterten schmecken müssten. Doch Zuschauer findet man in Arlesheim nur spärlich. Die Tribüne ist selbst während des Finalspiels mehrheitlich von Spielern und Funktionären besetzt. «Der Swiss Cup ist halt eher ein Event für die Spieler, weniger fürs Publikum», erklärt OK-Mitglied Silvio Caviccio.

«Eines der besten Turniere»

Doch diese schätzen den Event dafür umso mehr. «Das Turnier ist eines der besten auf der gesamten World Curling Tour», schwärmt beispielsweise Benoit Schwarz vom Genfer Team de Cruz. Grund dafür sei nebst der hervorragenden Organisation vor allem die Eisqualität. «Obwohl wir mit der renovationsbedürftigen Halle eigentlich denkbar schlechte Voraussetzungen haben, bringt unser Eismeister stets ein ausgeglichenes Eis hin», freut sich Caviccio.

Schweizer Schreck Norwegen

Am wohlsten fühlte sich auf eben diesem Eis heuer das Team Ulsrud aus Norwegen. Die Skandinavier zogen ohne Niederlage in die K.-o.-Phase ein und mutierten da zum Schweizer-Schreck. Zuerst zog das Team Attinger den Kürzeren, dann im Viertelfinal die Schweizer Olympia-Hoffnungen um Skip Sven Michel und schliesslich im Halbfinal die stark aufspielenden Genfer vom Team de Cruz.

Norwegen bezwingt Vorjahressieger Schweden

Im Final liess sich Ulsrud nicht einmal vom aufstrebenden Vorjahressieger Oskar Eriksson bremsen und richtete damit ein deutliches Signal an die Olympia-Konkurrenz von Sotschi. Mit einem souveränen 6:3-Sieg sicherten sich die Norweger den Titel und 14 000 Franken Preisgeld. Obwohl dies zurzeit das höchste Preisgeld der Tour darstellt, wird es dem Team nicht einmal reichen, um damit die Reisespesen zu bezahlen. Curling ist mehr Passion denn Einnahmequelle.

De Cruz kommt bis ins Halbfinale

Aus Schweizer Sicht darf ein positives Fazit gezogen werden. Besonders das Team de Cruz mit Benoit Schwarz zeigte sich überglücklich: «In einem Turnier mit 40 internationalen Teams ist es schon eine Top-Leistung, den Halbfinal zu erreichen.» Aber auch das Team Michel darf zufrieden sein. So schied man gegen Ulsrud eher kurios aus: Im ersten End der Viertelfinalpartie durften sich die Norweger nach mehreren Fehlern der Schweizer gleich fünf Steine gutschreiben lassen. Eine echte Seltenheit im Curling-Sport und anschliessend kaum mehr aufholbar.

Nun kommen die Frauen

Am kommenden Wochenende geht es gleich weiter mit Curling: Am Women’s Masters, ebenfalls in Arlesheim, sind dann die Damen an der Reihe.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1